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Wissenschaft

Wiederauferstehung der Zuckerindustrie: Vier Staatsmühlen in Kenia starten nach jahrelanger Pause wieder

In einer beeindruckenden Wendung für die kenianische Landwirtschaft haben vier staatliche Zuckerfabriken ihren Betrieb wieder aufgenommen, nachdem sie aufgrund von Schulden und Wartungsstaus jahrelang geschlossen waren. Diese Wiederbelebung könnte nicht nur den 80.000 Zuckerrohrbauern in der Region zugutekommen, sondern auch zu einer Senkung der Zuckerpreise führen, auch wenn die Schuldenlast der Fabriken weiterhin eine Herausforderung darstellt.

Wiederbelebung der Zuckerindustrie

Das Brummen der Zuckerrohrmühlen ist zurück in der Zuckerregion Westkenias. In einer mit Spannung erwarteten Ankündigung gab das kenianische Landwirtschaftsministerium bekannt, dass die staatlich betriebenen Zuckerfabriken Chemelil, Sony, Nzoia und Muhoroni nach einer jahrelangen Auszeit wieder in Betrieb genommen wurden. Dies war aufgrund einer langen Reihe von finanziellen Problemen und Instandhaltungsrückständen notwendig geworden. Landwirtschaftsminister Andrew Karanja führte heute die erste Traktorfahrt in Chemelil an und betonte, dass „die Zeiten, in denen Zahlungen an Bauern verzögert wurden, um Bürokratie zu finanzieren, endlich vorbei sind“.

Die Wiederaufnahme des Betriebs wurde vor allem von den Zuckerrohrbauern als enormer Erfolg gefeiert, da zahlreiche Bauern mit reifem Zuckerrohr konfrontiert waren, das in ihren Feldern verdorrte. „Die Maschinen laufen wieder, und das ist ein Segen für uns“, sagte ein Bauer, der die wiedereröffneten Mühlen als Chance für eine dringend benötigte Erholung betrachtete.

Das Modell der „Leasing“ Strategie

Die Wiedereröffnung der Mühlen ist das erste greifbare Ergebnis der umstrittenen Leasingstrategie, die die Regierung vor einem Jahr eingeführt hatte. Anstatt die Fabriken vollständig zu privatisieren, wurden private Managementunternehmen mit dem Betrieb betraut, während der Staat weiterhin die landwirtschaftlichen Grundstücke im Besitz behält. Minister Karanja erklärte dazu: „Wir bringen Effizienz aus dem privaten Sektor, ohne unser Erbe zu verkaufen.“

Die vier Mühlen haben eine kombinierte Kapazität von 10.000 Tonnen Zuckerrohr pro Tag (TCD), was voraussichtlich den Zuckerpreis erheblich senken wird. Der Preis für Zucker liegt derzeit bei etwa 220 KES pro Kilogramm. Die Wiederaufnahme des Betriebs könnte auch zu einem Rückgang der Preise führen, was sowohl für die Verbraucher als auch für die Zuckerrohrbauern von Vorteil wäre.

Jedoch bleibt die Frage der gigantischen Schuldenlast von 117 Milliarden KES, die die Zuckerfabriken anhäufen. Das Finanzministerium hat vorgeschlagen, diese Schulden abzuschreiben, aber der Gesetzentwurf muss noch vom Parlament ratifiziert werden, was zu weiteren Unsicherheiten führt.

„Wir haben schon oft gesehen, wie Bänder durchgeschnitten werden, aber die wahre Prüfung wird nächsten Monat sein“, sagte Francis Wangara, der Generalsekretär der Kenianischen Zuckerrohrbauernföderation. „Werden die Zahlungen an die Bauern innerhalb von sieben Tagen eingehen, wie versprochen, oder werden wir wieder auf die Straßen gehen müssen?“

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Christoph Alexander Breyer

Christoph Alexander Breuer ist Redakteur und Analyst mit Schwerpunkt auf Sport und Finanzmärkte. Er berichtet über wirtschaftliche Hintergründe im Profisport, Unternehmensentwicklungen und Markttrends und ordnet komplexe Zusammenhänge verständlich für die Leser ein.

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