Senat beauftragt Korruptionsjäger mit Razzia gegen Kitis Sand-Mafia
Die Ethik- und Antikorruptionskommission (EACC) wurde vom Senat angewiesen, umgehend Ermittlungen zum millionenschweren Diebstahl von Sandabbau-Gebühren im County Kitui aufzunehmen. Die Entscheidung folgt auf eine Untersuchung des County Public Accounts Committee (CPAC), die ein organisiertes System der Bereicherung aufdeckte.
Organisierte Kriminalität an Flussläufen
Laut der Senatsprüfung verlassen täglich 10 bis 20 schwere Lastwagen mit Flusssand Kitui. Obwohl jedes Fahrzeug eine Cess-Gebühr von 5.000 Schilling entrichten müsste, erreicht nur ein Bruchteil des Geldes die County-Kasse. Die täglichen Einnahmeausfälle belaufen sich auf schätzungsweise 100.000 Schilling. „Das ist nicht einfach nur Fahrlässigkeit; das ist organisierte Kriminalität“, so ein Mitglied des Prüfungsausschusses.
Die Ermittler vermuten, dass County-Bedienstete und kriminelle Vermittler eine „Cess-Mafia“ bilden. Geld werde an illegalen Straßensperren kassiert oder Quittungen gefälscht. Besonders auffällig: Nummernschilderkennungskameras fielen genau dann aus, wenn Sand-Konvois passierten.
Die EACC erhielt einen strikten Zeitplan, um den Geldfluss zu verfolgen, die Nutznießer zu identifizieren und die Drahtzieher strafrechtlich zu verfolgen – unabhängig von ihrer Position in der County-Verwaltung.
Verwüstete Landschaften und soziale Spaltung
Neben dem finanziellen Schaden hat der rücksichtslose Raubbau schwere Umweltfolgen. Die Flussbetten werden leer geschaufelt, was in der ohnehin trockenen Region zu Wasserknappheit führt. Für die Anwohner ist die Untersuchung längst überfällig. Sie beobachten seit Jahren, wie ihr natürliches Erbe nach Nairobi und Thika abtransportiert wird, zurück bleiben Staub und trockene Brunnen.
Der grelle Kontrast zwischen dem sichtbaren Reichtum der „Sandbarone“, die mit neuen Autos protzen und Villen bauen, und der Armut der Dorfbewohner verdeutlicht die Ungleichheit, die diesem Handel zugrunde liegt. Die Gouverneursverwaltung steht nun vor einer Bewährungsprobe. Sie muss beweisen, ob sie bereit ist, mit der EACC zusammenzuarbeiten, um die Korruption in den eigenen Reihen zu bekämpfen, oder ob sich die „Sand-Mafia“ als zu mächtig erweist. Der Senat hat eine klare Linie gezogen und fordert diesmal Konsequenzen, nicht nur Erklärungen.