Online-Projekt sucht „Armchair Astronomen“, um Sterne zu finden, die von Schwarzen Löchern zerstört werden
Ein neues Online-Projekt lädt Freiwillige dazu ein, nach Sternen zu suchen, die von Schwarzen Löchern zerrissen werden. Diese Initiative, die mit Unterstützung der Queen’s University Belfast und dem Leiden Observatory in den Niederlanden ins Leben gerufen wurde, soll helfen, die Entdeckung von massiven Schwarzen Löchern in den kommenden Jahren zu revolutionieren.
Hilfe für die Zukunft der Astronomie
Das „Legacy Survey of Space and Time“-Projekt (LSST) wird in den nächsten zehn Jahren die Nacht mit dem Vera C. Rubin Observatory in Chile überwachen. Astronomen erwarten, dass die Menge an erfassten Daten das bisherige Volumen bei weitem übertreffen wird. Mit bis zu 10 Millionen Alarmen pro Nacht, die durch das System gesendet werden, wird es für die Wissenschaftler eine gewaltige Herausforderung, die relevanten Daten manuell zu durchforsten.
„Der Zugang zu diesen Daten wird die Astronomie revolutionieren“, erklärt Dr. Matt Nicholl, ein Wissenschaftler der Queen’s University Belfast. „Es ist unglaublich, dass wir in der Lage sein könnten, Tausende von Schwarzen Löchern zu entdecken, die Sterne verschlingen.“
Das enorme Volumen der anfallenden Daten macht es jedoch notwendig, auf Technologien wie maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz zurückzugreifen. Daher richtet sich das Projekt an technikaffine Hobbyastronomen, die mit diesen Technologien helfen können, die komplexen Daten zu durchsuchen. „Es ist nicht erforderlich, ein Experte für Schwarze Löcher zu sein – jeder mit Erfahrung im maschinellen Lernen kann wertvolle Beiträge leisten“, so Dr. Nicholl weiter.
Das Hauptziel des Projekts ist es, sogenannte „Tidal Disruption Events“ (TDEs) zu identifizieren – Ereignisse, bei denen ein unglücklicher Stern von den extremen Gravitationskräften eines Schwarzen Lochs zerstört wird. Diese TDEs sind ein relativ neues Phänomen in der Astronomie und bieten wertvolle Einblicke in die Eigenschaften und Nahrungsbedingungen von Schwarzen Löchern, die nur schwer direkt beobachtet werden können.
Dylan Magill, ein Doktorand der Queen’s University, der die Simulationen des Projekts entwickelt hat, erklärt: „Die neuen Daten bieten uns eine enorme Gelegenheit, mehr dieser Ereignisse zu entdecken. Aber es gibt viel zu tun, und wir hoffen, mit Hilfe der Armchair Astronomen und moderner Technologie viele dieser Geheimnisse unseres Universums entschlüsseln zu können.“
Das Projekt wird auf der Online-Plattform Kaggle durchgeführt, wo sich Interessierte anmelden und mit der Analyse der simulierten Daten beginnen können. Der Teilnehmer mit dem besten Ergebnis wird mit 1.000 Euro ausgezeichnet.
Für weitere Informationen zum Projekt und der Teilnahme können Interessierte die Website des „Mallorn Astronomical Classification Challenge“ besuchen: kaggle.com/competitions/mallorn-astronomical-classification-challenge/overview.