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Wissenschaft

Neue Studie zeigt: Bestimmte Nahrungsmittel verlangsamen Prostatakrebs

Eine neue Studie zeigt, dass eine Ernährung, die reich an Gemüse und Probiotika ist, das Fortschreiten von Prostatakrebs bei niedrigem Risiko verlangsamen kann. Forscher fanden heraus, dass speziell formulierte Nahrungsergänzungsmittel und Probiotika das Fortschreiten eines wichtigen Markers des Prostatakrebses im Blut verlangsamen könnten.

Wichtige Ergebnisse der Forschung

Die Studie, die von Wissenschaftlern der University of Bedfordshire in Zusammenarbeit mit Cambridge University Hospitals und Bedford Hospital durchgeführt wurde, beleuchtet die wachsende Erkenntnis über die Verbindung zwischen dem Darm und der Prostata, die als „Darm-Prostata-Achse“ bezeichnet wird. Die Forscher wollten herausfinden, ob eine erhöhte Aufnahme von „phytochemikalienreichen Lebensmitteln und Lactobacillus-Probiotika“ das Wachstum von Prostatakrebs beeinflussen kann.

Das Team entwickelte ein Nahrungsergänzungsmittel, das Brokkoli, Kurkuma, Granatapfel, grünen Tee, Ingwer und Cranberry enthält, sowie ein speziell entwickeltes Probiotikum. An der klinischen Studie nahmen 212 Männer teil, bei denen Prostatakrebs im Frühstadium diagnostiziert wurde. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen unterteilt: Die eine Gruppe erhielt das Nahrungsergänzungsmittel und ein Placebo, die andere bekam sowohl das Nahrungsergänzungsmittel als auch das Probiotikum. Die Forscher überwachten die Werte des prostataspezifischen Antigens (PSA) in den Blutproben der Teilnehmer.

Die PSA-Tests sind ein Indikator für verschiedene Prostatakrankheiten, darunter Prostatakrebs. Die Forscher beobachteten, dass die PSA-Werte in beiden Gruppen während des viermonatigen Studienzeitraums signifikant langsamer anstiegen. Besonders bei der Gruppe, die sowohl das Nahrungsergänzungsmittel als auch das Probiotikum erhielt, war die Verlangsamung des PSA-Anstiegs deutlich ausgeprägter.

Langfristige Auswirkungen und weitere Forschungen notwendig

Die Ergebnisse der Studie wurden im „European Urology Oncology Journal“ veröffentlicht. Die Forscher stellten fest, dass die Kombination aus Nahrungsergänzungsmitteln und Probiotika zu einer signifikanten Verlangsamung des PSA-Anstiegs führte und gleichzeitig Entzündungsmarker im Blut weiter reduzierte. Laut den Wissenschaftlern ist dies das erste Mal, dass eine zusätzliche Intervention mit Probiotika eine signifikante Reduzierung des PSA-Anstiegs zeigt.

Die Forscher beschrieben diese Entdeckung als „klinisch relevant“, da Männer, die mit „aktiver Überwachung“ ihres Krebses behandelt werden, häufig auf Veränderungen im PSA-Wert angewiesen sind, um zu entscheiden, ob sie mit einer intensiveren Behandlung fortfahren sollten. „Derzeit entscheiden sich etwa 60 % der Männer mit niedrigem Risiko zunächst für eine aktive Überwachung, aber alarmierenderweise brechen mehr als 50 % dieser Männer nach fünf Jahren diese Überwachung ab“, erklärten die Forscher.

Für die Forscher könnte eine erfolgreiche Ernährungsintervention, die es den Männern ermöglicht, die aktive Überwachung fortzusetzen, eine Behandlung überflüssig machen, die viele Patienten möglicherweise unnötigerweise belasten würde.

Ein Viertel der Teilnehmer berichtete auch über eine Verbesserung ihrer Harnsymptome. Die Forscher betonten jedoch, dass die Studie nur vier Monate dauerte und mehr langfristige Forschung notwendig ist, um die Ergebnisse zu validieren.

„Diese Studie fügt den wachsenden Beweisen hinzu, dass Männer, die mit Überwachung behandelt werden, sich durch Änderungen ihres Lebensstils selbst stärken können, um das Fortschreiten von Prostatakrebs zu beeinflussen und ihre Symptome zu verbessern“, schlossen die Forscher. Sie empfehlen, neben anderen veränderbaren Faktoren wie Bewegung, Rauchen und Omega-3-reichen Diäten auch die Aufnahme von Phytochemikalien und Probiotika zu fördern.

Professor Robert Thomas, der leitende Autor der Studie und klinischer Onkologe an der University of Bedfordshire, sagte: „Diese Studie zeigt zum ersten Mal, dass die Verbesserung des Gleichgewichts der Darmbakterien das Fortschreiten von Prostatakrebs verlangsamen kann, während gleichzeitig wichtige Aspekte der Männergesundheit wie Harnsymptome, Entzündungen und körperliche Stärke verbessert werden.“

Die Forscher planen, die Ergebnisse der Studie weiter zu verfolgen, um zu prüfen, ob diese Nahrungsergänzungsmittel langfristig zu weniger chirurgischen Eingriffen oder Strahlentherapien führen können. Dr. Jeffrey Aldous, Senior Lecturer für Sportphysiologie an der University of Bedfordshire, ergänzte: „Diese Forschung hilft uns zu verstehen, wie gezielte Ernährungsstrategien das Mikrobiom im Darm beeinflussen können, um sowohl Krebsmarker als auch das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.“

Dr. Hayley Luxton von Prostate Cancer UK äußerte sich ebenfalls positiv zu der Studie und merkte an, dass sie das wachsende Forschungsinteresse an der Rolle von Ernährung und Darmgesundheit bei der Beeinflussung des Prostatakrebsfortschritts unterstreiche. Sie betonte, dass eine ausgewogene Ernährung nach wie vor eine gute Idee ist, um die Lebensqualität zu verbessern und zu besseren Ergebnissen zu führen.

Marek Steineren

Marek Steiner ist leitender Redakteur für die Kategorie Nachrichten bei Twittersmash. Er berichtet seit über sieben Jahren über aktuelle Entwicklungen in Idstein, der Region Hessen und dem Rhein-Main-Gebiet. Nach seinem Masterstudium im Bereich Journalismus und Medienkommunikation arbeitete er als Reporter und Redakteur für regionale Medien. Sein Schwerpunkt liegt auf Lokalpolitik, Infrastruktur, Digitalisierung und wirtschaftlichen Themen mit direktem Bezug zur Region.

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