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Wissenschaft

Kenia erwartet extreme Regenfälle im Agrargürtel, während der Norden verdurstet

Die kenianische Wetterbehörde warnt vor einer Saison extremer Gegensätze. Während der bevorstehenden Hauptregensaison von März bis Mai müssen sich einige Regionen auf Überschwemmungen einstellen, andere leiden weiter unter extremer Trockenheit. Die Prognose stellt Bauern und Katastrophenschutz vor massive Herausforderungen.

Dürre im Norden verschärft Hungersnot

Besonders düster ist die Aussicht für die ohnehin vulnerablen nordöstlichen Grenzregionen. Die Bezirke Turkana und Mandera müssen sich laut dem kenianischen meteorologischen Dienst auf weiterhin stark unterdurchschnittliche Niederschläge einstellen. Diese anhaltende Dürre verschärft die bereits akute Ernährungsunsicherheit in diesen Gebieten erheblich. Auch für die gesamte Küstenregion, einschließlich Mombasa, Tana River, Kilifi, Lamu und Kwale, sagt die Behörde deutlich zu wenig Regen voraus.

Gleichzeitig prophezeit David Gikungu, der Direktor der Wetterdienste, in seinem ausführlichen Klimaausblick heftige und anhaltende Niederschläge für die landwirtschaftlichen Kernzonen des Landes. Überdurchschnittliche Regenmengen werden für das Hochland westlich des Rift Valleys, das Einzugsgebiet des Victoria-Sees sowie das zentrale und südliche Rift Valley erwartet. Diese Gebiete gelten als die Kornkammer Kenias.

Die Behörde rät Landwirten in weiteren Regionen, die günstige Saison voll zu nutzen. Dazu zählen das Hochland östlich des Rift Valleys mit Gebieten wie Nairobi, Nyandarua, Nyeri, Kirinyaga, Murang’a, Kiambu, Meru, Embu und Tharaka Nithi. Die Regenfälle sollen dort gut verteilt sein und ideale Bedingungen für den Anbau von Mais, Bohnen und Kartoffeln schaffen. Selbst die semiariden südöstlichen Tiefebenen von Machakos, Kitui und Makueni können auf verstärkte Niederschläge hoffen, was die Chance auf Wasserrückhaltung und Weideregeneration bietet.

Gefahr von Fluten und Krankheiten

Der Segen des vielen Wassers birgt jedoch erhebliche Risiken. Der meteorologische Dienst warnt eindringlich vor plötzlichen Überflutungen in tiefliegenden Gebieten und Flussebenen. Städtische Ballungsräume mit schwachem Entwässerungssystem, insbesondere Nairobi und Mombasa, seien hoch gefährdet. Zudem besteht in den hügeligen Regionen der Aberdare-Berge, des Mount Kenya und der Cherangany Hills erhöhte Erdrutschgefahr durch durchnässte Böden – eine Gefahr, die Gemeinden in Murang’a und West Pokot in der Vergangenheit bereits verwüstet hat.

Ein weiteres Risiko sind Gesundheitsgefahren. Der Anstieg der Wasserpegel führt häufig zum Ausbruch von wasserbürtigen Krankheiten. Die Gesundheitsbehörden wurden alarmiert, um potenzielle Hotspots für Cholera und Typhus, vor allem in informellen Siedlungen, zu überwachen. Für Westkenya wurde zudem eine spezielle Warnung vor lebensgefährlichen Blitzschlägen während der Regenperioden ausgesprochen.

Die klare Botschaft der Behörde lautet, dass nur Vorbereitung Schutz vor den Elementen biete. Ob es darum gehe, in den Hochländern Entwässerungsgräben zu ziehen oder im Norden Lebensmittelvorräte anzulegen – die kommenden Monate verlangten allen Kenianerinnen und Kenianern Widerstandsfähigkeit und schnelle Anpassung ab. Die extrem unterschiedlichen Wettervorhersagen unterstreichen die komplexe klimatische Realität des Landes, in dem eine Hälfte mit Fluten kämpft, während die andere um jeden einzelnen Tropfen Regen bettelt.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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