Explosion in illegaler Kohlemine in Meghalaya fordert 18 Todesopfer
Bei einer schweren Explosion in einer illegalen Kohlegrube im indischen Bundesstaat Meghalaya sind mindestens 18 Bergarbeiter ums Leben gekommen. Die Rettungsarbeiten dauern an, wie die örtliche Polizei mitteilte.
Der Unfall ereignete sich am Donnerstag gegen 11:00 Uhr Ortszeit in den bewaldeten Hügeln der East Jaintia Hills. Die Detonation, ausgelöst durch Dynamit, riss durch enge, als „Rat-Hole“ bekannte Tunnel, die gerade groß genug sind, um hindurchzukriechen, und begrub die Arbeiter unter Gestein.
Systematisches Versagen trotz Verbot
Die als „Rat-Hole-Mining“ bekannte Praxis, bei der schmale horizontale Schächte in die Hügel getrieben werden, ist seit einem Richterspruch des National Green Tribunal aus dem Jahr 2014 wegen der erheblichen Umwelt- und Lebensgefahr verboten. Dennoch floriert der illegale Bergbau weiter, angetrieben von Armut und mächtigen kriminellen Netzwerken.
Ein schwer verletzter Überlebender konnte lebend aus den Trümmern geborgen werden. Premierminister Narendra Modi kündigte eine Entschädigung von 200.000 Rupien (umgerechnet etwa 300.000 Kenia-Schilling) für die Hinterbliebenen jedes Opfers an. Aktivisten kritisieren jedoch, dass solche Zahlungen das systemische Problem nicht lösen.
Die illegalen Minen werden oft von politisch vernetzten Personen betrieben, die mit Straffreiheit rechnen können. Als Arbeitskräfte dienen häufig mittellose Wanderarbeiter, die ohne Sicherheitsausrüstung und rechtlichen Schutz in die tödlichen Löcher geschickt werden.
Wiederholte Tragödien und ökologische Verwüstung
Die Katastrophe ist kein Einzelfall in Meghalaya, sondern wiederholt sich in schrecklicher Regelmäßigkeit. Jedes Unglück führt zu kurzfristigen Durchsuchungsaktionen und Versprechungen einer strengeren Überwachung, doch die „Rat-Holes“ bleiben aktiv.
Neben dem menschlichen Leid verursacht der unregulierte Bergbau massive Umweltschäden. Die Abwässer haben Flüsse in der Region versauert und das fragile Ökosystem nachhaltig geschädigt. Die Frage, wie viele weitere Leben verloren gehen müssen, bevor das Verbot auch auf dem Boden durchgesetzt wird, bleibt unbeantwortet.