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Uni Erlangen entwickelt Schwangerschafts-App

Herztöne des Babys aufzeichnen oder Ultraschallbilder aufnehmen – das alles sollen Schwangere irgendwann einmal per App erledigen können. Die Grundlagen dafür erarbeiten nun die Universitätsklinik Erlangen zusammen mit der Uni Erlangen-Nürnberg.

Geht es meinem Baby gut? Das ist die Frage, die Frauen in der Schwangerschaft stark beschäftigt. Entsprechend häufig sind sie bei ihrem Frauenarzt. Urinproben, Herztöne des Babys, Ultraschall – das alles sind Routine-Untersuchungen, die eine Menge Zeit benötigen. Und die Schwangere selbst muss auch noch zum Teil lange Anfahrtswege und Wartezeiten in Kauf nehmen.

Schwangerschafts-App für Routine-Untersuchungen

Eine Smartphone-App soll irgendwann einmal zumindest solche Routine-Untersuchungen übernehmen. Die Grundlagen dafür entwickeln die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) zusammen mit der Uniklinik Erlangen. Das Bundesgesundheitsministerium fördert das Projekt in den kommenden zweieinhalb Jahren mit 3,2 Millionen Euro, teilt die FAU mit.

Tragbare Ultraschall-Sonden für 500 Frauen

In einer klinischen Studie mit 500 Frauen wollen die Forscherinnen und Forscher zunächst testen, wie Schwangere Vorsorgeuntersuchungen möglichst leicht zu Hause machen können. Anschließend wollen sie eine App entwickeln, die Messergebnisse aufzeichnen und auswerten. Die Teilnehmerinnen erhalten tragbare Geräte wie zum Beispiel Smartwatches. Für die Anwendung zu Hause bekommen sie außerdem Kontraktions-Tracker und tragbare Ultraschall-Sonden.

App soll Ärzten und Hebammen Arbeit abnehmen

Neben den Vorteilen für Schwangere wäre eine solche App auch eine Erleichterung für Ärzte und Hebammen. Momentan gestalte sich die Schwangerenvorsorge komplett analog, erklärt Bjoern Eskofier vom Lehrstuhl Informatik für Maschinelles Lernen und Datenanalytik, einer der Koordinatoren des Projekts. Jedes Untersuchungsergebnis und jeder Befund würden ausgedruckt und im Mutterpass abgeheftet. „Dieser Papierwust ist anfällig für Verlust und Beschädigung und wichtige Werte können leicht übersehen oder vergessen werden“, so Eskofier.

Wie lassen sich Anwendungsfehler vermeiden?

Eine große Herausforderung wird es nach Darstellung der Uni Erlangen sein, in der Studie herauszufinden, wie sich Anwendungsfehler vermeiden lassen. Wichtig sei, dass bei allen Vorteilen der neuen Technologien die Sicherheit der Schwangeren stets gewährleistet sei, hieß es. Am Ende der Forschungsarbeit steht dann die Entwicklung einer möglichst benutzerfreundlichen App. Mit deren Programmierung wurde die Firma Refinio aus dem mittelfränkischen Rohr beauftragt.