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Wirtschaft

Zahlungsabwicklung für Airlines: Partnerschaft senkt Kosten und erhöht Akzeptanz

Die globale Luftfahrtindustrie steht vor der komplexen Aufgabe, Zahlungen in fast 200 verschiedenen Märkten sicher und effizient abzuwickeln. Ein langjähriges Partnerschaftsmodell zwischen dem Zahlungsspezialisten Hahnair und dem Dienstleister WorldPay zeigt nun konkrete Erfolge auf. Durch die Migration zu WorldPays Services konnte Hahnair die Akzeptanzraten für Zahlungen um etwa 20 Prozent steigern, was Millionenbeträge an zurückgewonnener Umsätze bedeutet.

Ein entscheidender Faktor für diese Verbesserung war die Kostenoptimierung. Analysen von WorldPay zur US-Transaktionsabwicklung führten zu erheblichen Einsparungen für Hahnair. Bei den hohen Transaktionsvolumen des Unternehmens hat dies eine signifikante Auswirkung auf die Gewinnmarge.

Menschliche Expertise trifft auf Technologie

Die Beziehung der Partner geht über die reine Auftraggeber-Lieferanten-Dynamik hinaus. Ben Sibbald, Head of Payments bei Hahnair, beschreibt einen Geist der offenen Zusammenarbeit, mit direkter Kommunikation zu Thomas Helldorf, der die Airline-Sparte bei WorldPay leitet. „Er hat buchstäblich das Buch über Airline-Zahlungen geschrieben“, sagt Sibbald und unterstreicht die enge, vertrauensvolle Partnerschaft. Regelmäßige Treffen und sogar WhatsApp-Konversationen sorgen dafür, dass Ideen und Herausforderungen in Echtzeit angegangen werden.

Technologie allein erklärt den Erfolg von Hahnair jedoch nicht. Sibbald betont die Rolle der Mitarbeiter, insbesondere der Account Manager mit tiefem Regionalwissen und starken Partnerbeziehungen. „Man kauft nicht von Unternehmen, man kauft von Menschen“, so seine Überzeugung. Dieser menschliche Faktor stellt sicher, dass Zahlungsmethoden mit einem echten Verständnis für lokale Bedürfnisse gewählt werden.

Das Unternehmen, das 2024 sein 25-jähriges Bestehen mit einer Rebranding zur Marke „Distriply“ feiert, verbindet mehr als 350 Fluggesellschaften mit über 100.000 Reisebüros. Seine Aufgabe ist es, als Brücke zwischen Kunden und Reiseunternehmen zu fungieren und die Transaktion abzuschließen. „Wenn die Transaktion nicht abgeschlossen wird, erhält man die Dienstleistung nicht“, erklärt Sibbald.

Die Sicherheit hat oberste Priorität. Um Betrugs- und Chargeback-Risiken zu minimieren, setzt Hahnair auf virtuelle Kreditkarten. „Virtuelle Karten eliminieren dieses Risiko, weil sie transaktionsspezifisch, streng kontrolliert und einer einzelnen Buchung klar zuzuordnen sind“, erläutert Sibbald. Dies senke Betrug und Streitigkeiten über „unbekannte Transaktionen“.

Fragmentierung und finanzielle Inklusion als Zukunftsthemen

Die Zahlungslandschaft wird laut Sibbald künftig noch fragmentierter. Er prophezeit den Aufstieg weiterer länderspezifischer Kartensysteme und Super-Apps, die eine verwirrende Vielzahl an Zahlungsmethoden akzeptieren. Dieser Trend spiegelt den breiteren Druck wider, mit dem Nationen ihre Finanznetzwerke kontrollieren und Transaktionsgewinne im Land halten wollen.

Vor diesem Hintergrund ist finanzielle Inklusion ein weiteres Leitprinzip für Hahnair. „Der Gedanke, dass jemand nicht an einem Marktplatz teilnehmen kann, weil ein finanzielles Hindernis besteht, motiviert uns, es besser zu machen“, sagt Sibbald. Dieses Engagement treibt die laufenden Bemühungen an, Zahlungsmethoden an lokale Gegebenheiten anzupassen.

Im Kundenerlebnis sucht Hahnair stets den Balanceakt zwischen maximaler Zahlungsauswahl und minimaler Reibung. Einige Kunden schätzen eine große Auswahl – von PayPal bis zu lokalen Optionen wie Pix oder Rupay –, andere priorisieren nahtlose Ein-Klick-Erlebnisse mit Apple Pay oder Google Pay. Bei Reisen, wo Transaktionen groß sind und emotionale Bedeutung tragen, sei manchmal etwas mehr Reibung akzeptabel, wenn sie zu größerer Sicherheit führe.

Während KI ein viel diskutiertes Thema ist, bleibt Sibbald bezüglich ihrer Rolle bei Reisezahlungen vorsichtig. Er fragt: „Warum also sollten wir KI implizit bei etwas so Persönlichem wie Urlauben oder Reisen vertrauen?“ Der Fokus liege vorerst darauf, den Partnern mit einer Kombination aus Technologie und menschlicher Expertise sichere, skalierbare und benutzerfreundliche Zahlungslösungen zu bieten.

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Christoph Alexander Breyer

Christoph Alexander Breuer ist Redakteur und Analyst mit Schwerpunkt auf Sport und Finanzmärkte. Er berichtet über wirtschaftliche Hintergründe im Profisport, Unternehmensentwicklungen und Markttrends und ordnet komplexe Zusammenhänge verständlich für die Leser ein.

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