“Wohlfühlen ist bei der Arbeit erlaubt”, sagt eine Hygge-Expertin in einem Interview.

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“Wohlfühlen ist bei der Arbeit erlaubt”, sagt eine Hygge-Expertin in einem Interview.

Andrea Fischer, Personalentwicklerin, hat den Begriff “Business-Hygge” geprägt. Eine Unterscheidung zwischen Arbeit und Freizeit ist für sie obsolet. Wie sich die Pandemie auf unseren Job auswirkt.

“Sich wohlfühlen ist bei der Arbeit erlaubt”, sagt die Hygge-Spezialistin.

Frau Fischer, Sie sind eine Expertin für Hygge und Lebensphilosophie und haben mehrere Sachbücher zum Thema verfasst. Was bedeutet Hygge für Sie?

Andrea Fischer: Hygge ist die dänische Lebensart. Es ist eine Art, über sich selbst, seine Mitmenschen und das Leben im Allgemeinen nachzudenken. Sie gilt für alle Bereiche des Lebens.

Wann sind Sie das erste Mal auf Hygge aufmerksam geworden?

Fischer: Von der gelebten Hygge-Idee habe ich zunächst während eines Urlaubs in Dänemark in einem Mobilheim erfahren. Da ich einen Hintergrund in der Personalentwicklung habe, war ich neugierig, wie sich der Begriff am Arbeitsplatz einsetzen lässt. Aus diesem Grund habe ich Interviews mit dänischen Mitarbeitern und Geschäftsinhabern geführt.

Hygge wird oft mit Licht und Familienzeit in Verbindung gebracht. Im Großraumbüro spüren nur wenige den dänischen Lebensstil – wie passen die Berufswelt und Hygge zusammen?

Fischer: Hygge steht für Genuss, Gemütlichkeit und Gemeinschaft und findet im privaten Bereich statt. Gleichzeitig können wir Hygge auf die Berufswelt übertragen und unseren Arbeitsplatz und das Miteinander so gestalten, dass die Arbeit Spaß macht. Denn wo steht geschrieben, dass Arbeit hart, stressig und kräftezehrend sein muss? Wir Deutschen haben noch oft das Bild, dass wir bei der Arbeit schuften und in der Freizeit entspannen müssen.

Halten Sie die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit für falsch?

Fischer: Sie ist überholt. Der Irrglaube einer Work-Life-Balance hält sich hartnäckig. Man sollte den Menschen ganzheitlich betrachten. Es geht darum, ein Gleichgewicht im gesamten Leben zu finden. Natürlich darf der Job auch Erfüllung, Freude und Sinn geben.

Überspitzt gesagt, sollte man nur noch arbeiten und keine Freizeit mehr genießen?

Fischer: Nein, absolut nicht. Es geht um die Integration von Arbeit in die Lebensqualität und nicht um die konstruierte Trennung zwischen Arbeit und Freizeit. In Dänemark zum Beispiel machen die Menschen weniger Überstunden und erreichen trotzdem ihre wirtschaftlichen Ziele. Dort gilt die drei mal acht Regel: acht Stunden Arbeit, acht Stunden Freizeit und acht Stunden Schlaf…. Dies ist eine kurze Zusammenfassung. Lesen Sie eine weitere Newsmeldung.

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