Schweizer Luxusuhrenhändler hebt Prognose nach festlichem Jahresende an
Starke Nachfrage trotz schwierigem Umfeld
Die Nachfrage nach hochpreisigen Zeitmessern wie Rolex und Omega bleibt ungebrochen und treibt den britischen Händler Watches of Switzerland an. Das an der Londoner Börse notierte Unternehmen hat seine Jahresumsatzprognose aufgrund einer überraschend starken Weihnachts- und Ferienzeit nach oben korrigiert. Für das am 25. Januar zu Ende gegangene dritte Quartel übertraf das Umsatzwachstum die Erwartungen.
Die Konzernführung hob die Prognose für das bereinigte Jahresumsatzwachstum auf nun 9 bis 11 Prozent an, nach zuvor 6 bis 10 Prozent. Dies gab dem Unternehmen in einer volatilen makroökonomischen Lage Rückenwind.
Allerdings dämpfte der Händler gleichzeitig die Erwartungen an die zukünftigen Gewinnmargen. Diese gegenläufige Ankündigung ließ die Aktie am Mittwochmorgen um knapp ein Prozent fallen. Das Unternehmen erwartet dennoch, dass sich die Profitabilität in der zweiten Jahreshälfte im Vergleich zu den ersten sechs Monaten verbessern wird.
Expansion in den USA und Tarif-Entspannung
Ein aktueller Zukauf soll das Geschäft weiter beflügeln: Watches of Switzerland erwarb eine Mehrheitsbeteiligung an der familiengeführten US-amerikanischen Uhren- und Schmuckkette Deutsch und Deutsch. Durch diesen Deal kommen vier neue, von Rolex geprägte Showrooms im US-Bundesstaat Texas zum Portfolio hinzu.
Der gesamte Luxusuhrensektor war zuvor von den höheren Zöllen betroffen, die die US-Regierung unter Präsident Donald Trump auf Schweizer Importe verhängt hatte. Eine im November geschlossene Vereinbarung zwischen den USA und der Schweiz brachte hier Entlastung: Die Steuer auf Schweizer Importe in die USA wurde von 39 auf 15 Prozent gesenkt.
Vor diesem Hintergrund kommentierte Konzernchef Brian Duffy die Ergebnisse. Er zeigte sich erfreut über die starke Performance, die auf dem Momentum der ersten Hälfte des Jahres aufbaue. „Es ist besonders erfreulich, diese Ergebnisse in einem ungewöhnlich volatilen Betriebsumfeld zu erzielen“, sagte Duffy. Der Erfolg sei auch dem kollektiven Beitrag der Mitarbeiter zu verdanken, der durch die Anreizsysteme gewürdigt werde.
Die fundamentale Marktsituation bleibe robust, so das Unternehmen: Die Nachfrage nach seinen Luxusmarken übersteige sowohl im Vereinigten Königreich als auch in den Vereinigten Staaten weiterhin das Angebot.