Regierung erhöht Steuerfreibetrag: Millionen Kenianer sollen von Steuererleichterungen profitieren
Die kenianische Regierung hat eine weitreichende Anpassung der Einkommenssteuer beschlossen. Kern der Maßnahme ist die Anhebung der steuerfreien Einkommensgrenze von 24.000 auf 30.000 Kenia-Schilling (KSh). Dies bedeutet, dass Arbeitnehmer mit einem Monatsgehalt bis zu dieser neuen Grenze künftig keine Lohnsteuer (Pay As You Earn, PAYE) mehr abführen müssen.
Präsident William Ruto bestätigte die Pläne bei einem Treffen in der State House in Nairobi. Laut seinen Angaben werden dadurch rund 1,5 Millionen Geringverdiener vollständig aus der Steuerpflicht entlassen. „Jeder Kenianer, der weniger als 30.000 KSh verdient, wird keine Steuern mehr zahlen“, so der Präsident.
Breitere Entlastung für die Mittelschicht
Die Steuerreform geht über die Anhebung der Freigrenze hinaus und sieht auch für besser verdienende Gruppen Erleichterungen vor. Für Einkommen zwischen 30.000 und 50.000 KSh soll der Steuersatz von 30 auf 25 Prozent gesenkt werden. Nach früheren Äußerungen von Finanzminister John Mbadi plant die Regierung zudem, den Spitzensteuersatz bei der Lohnsteuer bei 30 Prozent zu deckeln. Bisher existierten höhere Sätze von bis zu 35 Prozent.
Ruto betonte, dass neben den 1,5 Millionen vollständig entlasteten Personen weitere 500.000 Beschäftigte von niedrigeren Abgaben profitieren werden. Die Maßnahmen sind als zentraler Bestandteil des für 2026 geplanten Finanzgesetzes vorgesehen.
Für viele Berufstätige, wie beispielsweise eine Lehrerin am Anfang ihrer Laufbahn oder einen Arbeiter im Industriegebiet, hat die Entscheidung unmittelbare finanzielle Auswirkungen. Das Geld, das bisher an das Finanzamt ging, kann nun für Miete, Lebensmittel oder Schulgeld verwendet werden.
Politische und wirtschaftliche Zielsetzung
Die Ankündigung wird als Erfüllung eines zentralen Wahlversprechens von Rutos „Bottom-Up“-Wirtschaftsmodell gewertet. Der Präsenschaft wies darauf hin, dass dieses Konzept nun „vom politischen Slogan zur greifbaren Realität“ für die Arbeitnehmer werde. Die Regierung verspricht sich von der erhöhten Kaufkraft einen Stimulus für den Konsum und ein nachhaltigeres Wirtschaftswachstum.
Gleichzeitig reagiert die Regierung mit dem Schritt auf anhaltende Kritik an einer als zu hoch empfundenen Steuerbelastung unter der Kenya-Kwanza-Administration. Die geplante Steuerreform signalisiert eine stärkere Ausrichtung auf soziale Entlastungen, was auch als Versuch gewertet wird, die wirtschaftlich angespannte Wählerschaft zu stabilisieren.