Pflichterbe: Nachlassverzeichnis: Notar muss Nachforschungen anstellen

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Pflichterbe: Nachlassverzeichnis: Notar muss Nachforschungen anstellen

Wie groß ist der Nachlass? Dies ist ein häufiger Streitpunkt unter den verbliebenen Erben. Daher kann sich der Notar bei der Erstellung des Nachlassverzeichnisses nicht allein auf die Angaben der einzelnen Erben verlassen.

Notar muss sich über das Nachlassinventar erkundigen

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Der Pflichtteil wird demjenigen zugesprochen, der als nächster Angehöriger enterbt wird. Damit hat er das Recht, die Hälfte seines gesetzlichen Erbteils zu verlangen. Um den Anspruch berechnen zu können, muss er den Wert des Nachlasses kennen. Um das herauszufinden, kann er vom Erben Auskunft über das Vermögen und die Verbindlichkeiten des Nachlasses verlangen.

Verlangt der Pflichtteilsberechtigte dies, verlangt das Gesetz, dass der Erbe ein entsprechendes Nachlassinventar von einem Notar erstellen lässt. Nach Ansicht des OLG Celle (Az.: 6 U 74/20) darf sich der Notar nicht allein auf die Angaben des Erben verlassen. Er muss auch eigene Nachforschungen anstellen.

Geschwister streiten um das Vermögen der Mutter.

Der Sachverhalt: Eine Tochter begehrt von ihrem Bruder Auskunft über das Vermögen ihrer gemeinsam verstorbenen Mutter. Der Bruder war von der Mutter als Alleinerbe eingesetzt worden. Das Verzeichnis müsse von einem Notar erstellt werden, so die Tochter. Der vom Bruder beauftragte Notar erstellte daraufhin ein “notarielles Nachlassverzeichnis”, in dem die Angaben des Bruders zum Vermögen der Erblasserin zum Todeszeitpunkt dokumentiert wurden.

Demnach hat der Bruder drei Jahre vor dem Tod der Mutter eine Schenkung von 50.000 Euro erhalten. Darüber hinaus behauptet der Bruder, dass er keinen Zugriff auf weitere Vermögenswerte oder Konten als die aufgeführten hat. Die Tochter hält es nicht für ausreichend, dass der Notar lediglich die Angaben des Bruders beurkundet. Sie meint, der Notar solle eigene Nachforschungen anstellen.

Auch Kontodokumente können eingesehen werden.

Die Entscheidung der Richter fiel zugunsten der Tochter aus. Denn ein notarielles Nachlassinventar soll eine bessere Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben bieten als ein privates Inventar, das von einem zur Auskunft verpflichteten Erben erstellt wird. Zu diesem Zweck muss es vom Amtsträger selbst erstellt werden und nicht nur die Gründe des Erben aufnehmen und notariell beglaubigen.

Im Ergebnis ist es ein Bericht über die persönlichen Eindrücke des Notars. Der Notar hat die Ermittlungen anzustellen, die ein objektiver Dritter im Falle der Pflichtteilsberechtigten für erforderlich halten würde. Zu diesem Zweck muss er… Dies ist eine gekürzte Fassung der Information. Lesen Sie eine andere Nachricht weiter.

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