KRA schließt Steuerlücke: Nebeneinkünfte müssen nun voll deklariert werden
Die kenianische Steuerbehörde KRA beendet die Grauzone für Nebenjobs. In einer aktuellen Richtlinie macht sie deutlich, dass alle Einkünfte aus sogenannten Side Hustles – von Beratungstätigkeiten über das Verkaufen auf Instagram bis zur Fahrt mit Uber – im Steuerjahr 2025 veranlagt werden müssen. Dies gilt auch für Personen, die bereits in einem formalen Angestelltenverhältnis stehen und von deren Gehalt der Arbeitgeber die Quellensteuer (PAYE) abführt.
Einzige Steuer-ID für alle Einkommensquellen
Der Grundsatz ist eindeutig: Pro Steuerzahler und seiner persönlichen Identifikationsnummer (PIN) gibt es nur eine zusammengefasste Steuererklärung. „Sie müssen sowohl Ihr Arbeitseinkommen als auch alle zusätzlichen Einkünfte des Jahres in Ihrer Jahreserklärung angeben“, so die Behörde. Auf dem Portal iTax muss das Gehalt aus der P9-Bescheinigung mit den Einnahmen aus freiberuflicher oder gewerblicher Tätigkeit zusammengerechnet werden. Die Gesamtsumme entscheidet über die endgültige Steuerschuld.
Die Konsequenz kann eine Nachzahlung sein, denn durch den Zuverdienst kann sich ein höherer Steuersatz ergeben. Die Frist für die Abgabe der Erklärung für das Einkommensjahr 2025 endet am 30. Juni 2026. Wer seiner Meldepflicht nicht nachkommt, riskiert Strafen und mögliche Steuerprüfungen.
Für Vollzeit-Unternehmer gelten strengere Auflagen. Sie müssen Bücher führen, including eine Gewinn- und Verlustrechnung sowie Nachweise über absetzbare Betriebsausgaben. Die KRA weist darauf hin, Aufzeichnungen über Geschäftseinnahmen und zulässige Ausgaben für das Jahr vorzuhalten. Diese Dokumente sind besonders wichtig, seit iTax über eine Funktion zur „Validierung von Einnahmen und Ausgaben“ verfügt, die Unstimmigkeiten aufdecken soll.
Die verschärfte Datennutzung der Behörde macht es zunehmend riskant, Einkünfte – etwa über M-Pesa – zu verschleiern. Die Botschaft an die kenianischen „Hustler“ ist unmissverständlich: Nebentätigkeiten müssen legalisiert, Steuererklärungen abgegeben und die geschuldete Abgabe entrichtet werden. Die Ära der unsichtbaren Einkommen geht zu Ende.
Die Richtlinie ist Teil einer breiteren Initiative, die Steuerbasis zu erweitern und den schwer erfassbaren informellen Sektor einzubinden. Tausende Kenianer, die nach ihrer Festanstellung noch als digitale Content-Schaffende, Berater oder Fahrer arbeiten, sind von der Klarstellung betroffen.