Können Auszubildende einfach den Ausbildungsbetrieb wechseln, wenn sie eine Kehrtwende machen?

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Können Auszubildende einfach den Ausbildungsbetrieb wechseln, wenn sie eine Kehrtwende machen?

Die Aufgaben, die Atmosphäre im Team und die Arbeitszeiten hatte man sich anders vorgestellt. Welche Möglichkeiten haben Auszubildende also?

Ist es möglich, dass Auszubildende einfach den Betrieb wechseln?

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Wer direkt nach dem Schulabschluss eine Ausbildung beginnt, ist vielleicht unsicher, was ihn erwartet. Was aber, wenn Auszubildende mit ihrem Ausbildungsbetrieb unzufrieden sind? Ist es möglich, einfach den Betrieb zu wechseln?

“Einfach zu wechseln ist keine Option”, sagt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. “Zunächst müsste der Azubi das Ausbildungsverhältnis mit dem bisherigen Arbeitgeber beenden, zum Beispiel durch einen Aufhebungsvertrag oder eine Kündigung.”

Wie der Fachanwalt erläutert, bedarf ein Aufhebungsvertrag der Zustimmung des Ausbildungsbetriebes. Es ist möglich, einseitig, also ohne Zustimmung des Arbeitgebers, zu kündigen.

Bedenken Sie die Möglichkeiten

“Die Kündigungsmöglichkeiten sind jedoch meist davon abhängig, wie lange die Ausbildung bereits läuft”, erklärt Bredereck. Während der Probezeit, die zwischen einem und vier Monaten dauert, kann das Ausbildungsverhältnis jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist aufgelöst werden.

Nach dem Ende der Probezeit können Auszubildende jedoch nur aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen. “Das müssen dann aber sehr schwerwiegende Gründe sein, wie zum Beispiel schwerwiegende Vertragsverstöße des Arbeitgebers.”

Im Zweifelsfall mit dem Ausbildungsbetrieb sprechen

Mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen kann der Azubi auch nach Ablauf der Probezeit kündigen, wenn er die Ausbildung aufgeben oder sich für einen anderen Beruf ausbilden lassen möchte.

“Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind, lohnt es sich aber oft, trotzdem einmal mit dem Ausbildungsbetrieb zu sprechen. Unmotivierte Auszubildende sind oft gar nicht erwünscht”, sagt Bredereck. Oft ist die Unzufriedenheit auch gegenseitig. Dann lässt sich eine entsprechende Kündigung wahrscheinlich gütlich erreichen.

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