Jaguar Land Rover meldet hohe Verluste nach Cyberangriff und Produktionsausfall
Der britische Automobilbauer Jaguar Land Rover (JLR) muss die finanziellen Folgen eines schweren Cyberangriffs aus dem vergangenen Herbst weiter tragen. Im dritten Quartal bis Ende Dezember 2025 rutschte das Unternehmen in einen operativen Verlust vor Steuern von 310 Millionen Britischen Pfund. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Gewinn von 523 Millionen Pfund gegeben.
Produktionsstopp und Umsatzeinbruch
Ein wesentlicher Treiber für die roten Zahlen waren weitere 64 Millionen Pfund an Kosten, die direkt mit der Cyberattacke in Verbindung stehen. Der Hack hatte JLR bereits im September zu einem fünfwöchigen Produktionsstopp in allen britischen Werken gezwungen. Die Fertigung erreichte erst Mitte November wieder ihr normales Niveau. Der Umsatz brach in den drei Monaten bis Dezember im Jahresvergleich um 39 Prozent auf 4,5 Milliarden Pfund ein, was maßgeblich auf die durch den Vorfall beeinträchtigten Verkaufszahlen zurückgeführt wird.
Insgesamt summieren sich die bisher bilanzierten Kosten für den Cyberangriff auf 260 Millionen Pfund, nachdem im vorangegangenen Quartal bereits 196 Millionen Pfund verbucht worden waren. Nach Unternehmensangaben sind in diesen Summen direkte Kosten, etwa für externe Berater, enthalten, nicht jedoch der entgangene Umsatz oder andere indirekte Folgen.
Mehrere Belastungsfaktoren
Die Verluste wurden nach Unternehmensangaben durch weitere Faktoren verstärkt: anhaltende US-Zölle, die geplante Auslaufproduktion älterer Jaguar-Modelle vor neuen Modellstarts und sich verschlechternde Marktbedingungen in China. Damit setzt sich ein Negativtrend fort. Nach einem Umsatzrückgang von 24 Prozent und einem Verlust von 485 Millionen Pfund im vorherigen Quartal beläuft sich der Gesamtverlust für das laufende Geschäftsjahr bis Ende Dezember auf 444 Millionen Pfund. Ein Jahr zuvor war in diesem Zeitraum noch ein Gewinn von 1,6 Milliarden Pfund erzielt worden.
Der neue JLR-Chef PB Balaji, der im November die Nachfolge von Adrian Mardell antrat, bezeichnete das Quartal als herausfordernd. Er verwies auf die Auswirkungen des produktionstechnischen Shutdowns, die geplante Modellumstellung und die Handelszölle. „Dank des Einsatzes unserer engagierten Teams haben wir die Fahrzeugproduktion bis Mitte November wieder auf Normalniveau gebracht“, sagte Balaji.
Trotz einer weiterhin volatilen äußeren Lage erwartet der Konzern eine deutliche Verbesserung der Performance im letzten Quartal. Man verfüge über klare Pläne, um die globalen Herausforderungen zu bewältigen, so Balaji. Das Unternehmen zeigt sich zuversichtlich, sein Geschäft wieder stärker aufbauen zu können.