Ifo-Chef Clemens Fuest sagte in einem Interview: “Der Fiskus wird nicht viel gewinnen”

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Ifo-Chef Clemens Fuest sagte in einem Interview: “Der Fiskus wird nicht viel gewinnen”

Auf außergewöhnliche Unternehmen könnte in naher Zukunft eine globale Mindeststeuer erhoben werden. Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, erklärt, was das bedeuten könnte – und was nicht.

“Der deutsche Fiskus wird nicht viel davon haben”, sagt Ifo-Chef Fuest.

Im Sommer scheint eine globale Steuerreform möglich zu sein. Mit einer Mindeststeuer können global agierende Unternehmen nicht nur dort Steuern zahlen, wo sie ihren Hauptsitz haben, sondern auch dort, wo ihre Umsätze produziert werden. Was wären die Auswirkungen einer globalen Mindeststeuer auf Deutschland?

Clemens Fuest: Im Moment ermutigen die relativ hohen Steuersätze in Deutschland multinationale Konzerne dazu, immaterielle Vermögenswerte wie Patente oder Markenrechte in Niedrigsteuerländern wie Irland oder der Schweiz anzusiedeln, wo steuerpflichtige Einkünfte erzielt werden können, und nicht in Deutschland. Die Änderung könnte für diese Länder ein Anreiz sein, ihre Steuern zu erhöhen, was zu einer geringeren Gewinnverschiebung führen würde. Für Unternehmen, die in Deutschland ansässig sind, gibt es jedoch bereits weitreichende Maßnahmen gegen Gewinnverlagerungen.

Was sind die Nachteile?

Deutschland ist ein Land, das exportiert. Unternehmen wie Daimler, Volkswagen und BMW verkaufen ihre Waren zunehmend in China und den USA, aber sie zahlen ihre Steuern immer noch hauptsächlich in Deutschland. Deutschland könnte Steuereinnahmen verlieren, wenn die Besteuerungsrechte in Zukunft auf die Absatzländer übertragen werden. Ob dies eintritt, hängt von der Ausgestaltung der Reform ab.

Derzeit wird diskutiert, die Steuerprivilegien auf diejenigen zu beschränken, die mehr als eine bestimmte Summe verdienen.

Fuest: Das wäre ideal für Deutschland. Allerdings wird das Steuerrecht immer komplizierter. Und mit der globalen Mindeststeuer könnte Deutschland dort Steuereinnahmen verlieren, weil die bisherigen Maßnahmen gegen Gewinnverschiebung nicht mehr greifen würden.

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