Handschriftliches Testament: Etwas vergessen Was macht Ergänzungen wirksam?

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Handschriftliches Testament: Etwas vergessen Was macht Ergänzungen wirksam?

Wer nachträglich Änderungen an einem handschriftlichen Testament vornimmt, muss nicht das gesamte Dokument neu verfassen. Ergänzungen hingegen müssen einen klaren Bezug zum ursprünglichen Testament haben.

Wie werden Ergänzungen zu einem handschriftlichen Testament wirksam?

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Um ein Testament zu verfassen, müssen Sie weder zum Notar noch zum Rechtsanwalt gehen. Es reicht aus, wenn Sie das Testament komplett handschriftlich ausfüllen und dann mit Datum und Ort der Testamentserrichtung unterschreiben.

Doch was passiert, wenn Sie später feststellen, dass Sie etwas vergessen haben? Dann ist ein Nachtrag, z.B. auf der Rückseite des Testaments, möglich.

Dieser Nachtrag kann formell wirksam sein, auch wenn er nicht gesondert unterschrieben wird. Voraussetzung ist, dass die Auslegung ergibt, dass die Unterschrift auf dem Testament den nachträglichen Nachtrag bereits abdeckt. Dies hat nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf entschieden (Az.: I-3 Wx 194/20).

Die Abkürzung der Seite 8 und ihre Auswirkungen

Der Sachverhalt des Falles: Eine Erblasserin errichtete am 6. Oktober 2014 eine letztwillige Verfügung, die aus neun handschriftlichen Seiten bestand. In ihrem Testament benannte sie ihren Ehemann als Vorerben, der von allen Beschränkungen befreit war, und ihre Kinder als Nacherben. Außerdem verlangte die Frau, dass ihr Testament vollzogen wird.

Das Kürzel “b.w.” stand unten auf Seite 8 des Testaments. Auf der gegenüberliegenden Seite dieses Schriftstücks, die mit der Seitenzahl 8a gekennzeichnet ist, ordnete die Erblasserin eine Dauertestamentsvollstreckung in Bezug auf ihre Tochter bis zu deren Tod durch einen ihrer Brüder an. Die Erblasserin hat auf dieser Seite jedoch weder das Datum der Niederschrift geschrieben noch die Textpassage unterschrieben. Der Sohn beantragte nach dem Tod der Erblasserin ein Testamentsvollstreckerzeugnis.

Die Unterschrift muss nicht der letzte Schritt sein.

Vor Gericht war der Sohn erfolgreich: Das Gericht stellte fest, dass das Testament der Erblasserin gültig ist.

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