Elton Johns Ehemann belastet Daily Mail vor Gericht mit schweren Vorwürfen
Im Prozess um mutmaßlichen Handy-Hacking und illegale Informationsbeschaffung hat David Furnish, der Ehemann von Elton John, vor dem High Court in London eine emotionale Zeugenaussage abgelegt. Er bezeichnete die angeblichen Praktiken des Verlagshauses Associated Newspapers Ltd (ANL) als „Abscheulichkeit“, die das Fundament seiner Familie erschüttert habe.
Systematischer Eingriff in die Privatsphäre
Furnish schilderte dem Gericht, wie er und sein Mann über Jahre Ziel von Privatdetektiven gewesen sein sollen, die im Auftrag der „Daily Mail“ Telefonleitungen angezapft und Voicemails abgefangen hätten. Die so gestohlenen Informationen seien für „engstirnige“ Geschichten genutzt worden, die oft verurteilend gewesen und darauf ausgelegt, ihre Familie zu untergraben. Der entscheidende Hinweis kam 2021 durch einen Anruf der befreundeten Schauspielerin Elizabeth Hurley. „Wir sind Elizabeth sehr dankbar, dass sie uns angerufen hat“, sagte Furnish. Ohne diesen Hinweis wüssten sie bis heute nichts von dem Rechtsbruch und dem Eindringen in ihr Privatleben.
Associated Newspapers Ltd bestreitet die Vorwürfe der Klägergruppe, zu der auch Prinz Harry gehört, entschieden und nennt sie „haltlos“. Das Unternehmen behauptet, seine Geschichten stets legal durch öffentliche Statements und Kontakte bezogen zu haben.
Für Furnish und Elton John wandelt die Enthüllung die jahrelange Belagerung jedoch von lästigem Klatsch zu einer kriminellen Handlung. Die Erkenntnis, dass es sich nicht um indiskrete Freunde, sondern um einen systematischen, industriellen Spionageakt handelte, traf die Familie ins Mark. „Zu wissen, dass sie dies mit gestohlenen Informationen tun konnten… ist eine Abscheulichkeit“, erklärte Furnish.
Ein Präzedenzfall mit weitreichenden Folgen
Der Prozess wird als möglicher Wendepunkt für die britische Tabloid-Presse gesehen. Es geht den Klägern nicht primär um Schadensersatz, sondern darum, einen rechtlichen Präzedenzfall zu schaffen, der Einzelpersonen vor räuberischen Medienpraktiken schützt. Ein Erfolg der Klage könnte eine radikale Restrukturierung der Arbeitsweise britischer Boulevardzeitungen erzwingen.
Der menschliche Kostenpunkt steht für Furnish im Vordergrund: Der Hackangriff habe nicht nur Fakten gestohlen, sondern auch ihr Sicherheitsgefühl im eigenen Zuhause. Der nun laufende Prozess hat das Vereinigte Königreich in den Bann gezogen und die dunkle Schattenseite des Nachrichtengeschäfts offengelegt. Für die jahrzehntelang im Rampenlicht stehenden Personen markiert der Fall eine klare Grenzziehung. Das Urteil in diesem Rechtsstreit wird voraussichtlich die Grenzen der Privatsphäre im digitalen Zeitalter neu definieren.