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Wirtschaft

Bithumb und Dunamu unter Aufsicht: Südkorea verschärft Kontrollen für Kryptobörsen

Die südkoreanischen Finanzaufsichtsbehörden haben im Februar 2026 eine Reihe von Untersuchungen gegen die größten Kryptowährungsbörsen des Landes eingeleitet. Diese Maßnahmen markieren einen entscheidenden Schritt zur stärkeren Regulierung einer bisher weitgehend ungeregelten Branche.

Ermittlungen wegen irreführender Werbung und Marktpraktiken

Am 4. Februar durchsuchten Ermittler der Korea Fair Trade Commission (FTC) die Zentrale von Bithumb, der zweitgrößten Kryptobörse des Landes. Grund ist der Verdacht auf falsche Werbeaussagen. Der Börsenbetreiber hatte in Pressemitteilungen im März und April 2025 behauptet, die höchste Liquidität unter allen lokalen Krypto-Plattformen zu bieten. Daten des Analysehauses CoinGecko widersprechen dem jedoch deutlich: Im Jahr 2025 dominierte die von Dunamu betriebene Börse Upbit den heimischen Markt mit einem Handelsvolumenanteil von 68 Prozent, während Bithumb auf 28 Prozent kam.

Die FTC prüft, ob Bithumb damit gegen das Gesetz gegen unlautere Werbung verstoßen hat, das täuschende oder übertriebene Anzeigen verbietet. Das Regulierungsorgan kann bei Verstößen Sanktionen verhängen. Bithumb lehnte eine Stellungnahme mit Verweis auf das laufende Verfahren ab.

Doch nicht nur Bithumb steht im Fokus. Auch Dunamu, das Unternehmen hinter Upbit, wird untersucht. Die Aufsicht prüft Vorwürfe, dass Dunamu konkurrierenden Plattformen den Handel mit seinen nicht börsennotierten Aktien untersagt habe. Damit wären Transaktionen mit diesen Anteilen exklusiv auf Dunamus eigener Plattform Stockplus möglich gewesen, was nach südkoreanischem Wettbewerbsrecht problematisch sein könnte.

Hinter den Maßnahmen steht ein größeres politisches Ziel: Die Kryptobörsen sollen stärker an die Standards traditioneller Finanzinstitute herangeführt werden. Bisher sind sie rechtlich nicht als Finanzinstitute eingestuft, was ihnen ein Geschäft in einer regulatorischen Grauzone erlaubt. Dies ändert sich nun angesichts der enormen Gewinne der Branche. Dunamu erzielte im dritten Quartal 2025 einen Nettogewinn von 239 Milliarden Won (rund 163 Millionen US-Dollar), ein Plus von 308 Prozent im Jahresvergleich. Bithumbs Gewinne stiegen sogar um 3.285 Prozent auf 105,4 Milliarden Won.

CME Group setzt unterdessen auf Innovation und Expansion

Während Südkorea die Zügel anzieht, verfolgt die US-amerikanische CME Group einen anderen Kurs. Am selben Tag wie die Razzia in Seoul kündigte CME-Vorstandsvorsitzender Terrence Duffy an, den Handel mit Krypto-Futures und -Optionen im zweiten Quartal 2026 auf einen 24-Stunden- und Sieben-Tage-Betrieb auszuweiten. Dies soll Kunden ermöglichen, ihre Risiken auch am Wochenende abzusichern.

Die Zahlen zeigen die wachsende Bedeutung: 2025 setzte die CME fast drei Billionen US-Dollar im nominalen Kryptohandel um, allein im vierten Quartal lag das tägliche Volumen bei über 13 Milliarden Dollar. Am 9. Februar 2026 will die Börse ihr Angebot um Futures für Cardano, Chainlink und Stellar erweitern.

Ein noch weitreichenderes Projekt ist die Entwicklung eines „tokenisierten Cash“-Produkts in Zusammenarbeit mit Google Cloud, das noch im Laufe des Jahres eingeführt werden soll. Dieses digitale Geld könnte als Sicherheit für Derivatehandel, Pensionsgeschäfte und Wertpapierleihe dienen. Duffy betonte jedoch, dass jede als Sicherheit akzeptierte digitale Währung strengen Risikobewertungen unterliegen würde. Eine solche Initiative würde auf ein Pilotprogramm der US-Börsenaufsicht CFTC folgen, das bereits die Nutzung von Stablecoins wie USDC, Bitcoin und Ether als Sicherheit in Derivatmärkten erlaubt.

Finanziell verzeichnete die CME Group 2025 mit einem Jahresumsatz von 6,5 Milliarden Dollar und einem Betriebsergebnis von 4,2 Milliarden Dollar ein Rekordjahr. Anpassungen bei Transaktions- und Marktdatengebühren ab dem 1. April 2026 sollen den Gesamtumsatz laut Finanzchefin Lynne Fitzpatrick um weitere ein bis 1,5 Prozent steigern.

Die unterschiedlichen Ansätze spiegeln eine globale Unsicherheit im Umgang mit der Krypto-Revolution wider. Während Kritiker wie Professor Kim Dae-jong von der Sejong-Universität Südkorea zu einem langfristigeren, innovationsfreundlicheren Ansatz nach US-Vorbild raten, setzen die Behörden vorerst auf verschärfte Kontrolle. Die kommenden Monate werden zeigen, welcher Weg sich für Anleger, Institutionen und die Stabilität der Finanzmärkte als der resilientere erweist.

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Christoph Alexander Breyer

Christoph Alexander Breuer ist Redakteur und Analyst mit Schwerpunkt auf Sport und Finanzmärkte. Er berichtet über wirtschaftliche Hintergründe im Profisport, Unternehmensentwicklungen und Markttrends und ordnet komplexe Zusammenhänge verständlich für die Leser ein.

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