Bitcoin-Miner verschieben Millionenbeträge, während Derivate-Markt Hoffnung signalisiert
Neue Daten zeigen einen massiven Transfer von 1.318 Bitcoin, umgerechnet fast 87 Millionen Dollar, durch den Bergbaukonzern Marathon Digital (MARA). Die Transaktionen am 6. Februar 2026 erfolgten in einem Marktumfeld, das von starken Kursverlusten und Rekordliquidierungen geprägt ist. Ein Großteil der Bitcoin, über 660 BTC, ging an das Kredit- und Handelsunternehmen Two Prime.
Gleichzeitig veröffentlichten die Kryptobörse Bybit und die Analysefirma Block Scholes einen gemeinsamen Bericht, der ein differenziertes Bild der aktuellen Marktturbulenzen zeichnet. Laut dem „Bybit x Block Scholes Crypto Derivatives Analytics“-Report wurden seit Ende Januar 2026 fast 500 Milliarden Dollar von der gesamten Kryptomarktkapitalisierung gelöscht.
Preis rutscht unter Produktionskosten
Der Bitcoin-Kurs ist etwa 40 Prozent von seinem Rekordhoch von 126.000 Dollar im vergangenen Jahr gefallen und notierte zuletzt bei wöchentlichen Tiefstwerten um 60.000 Dollar. Damit liegt der Spotpreis etwa 20 Prozent unter den geschätzten durchschnittlichen Produktionskosten von 87.000 Dollar pro Bitcoin. Diese Situation setzt Miner erheblich unter Druck, da ihre Gewinnmargen schwinden.
Marathons Transaktionen, die auch Überweisungen von 200 BTC und 99,999 BTC an BitGo sowie 305 BTC an eine neue Wallet umfassten, werden daher genau beobachtet. Große Bewegungen von Miner-Geldern werden oft als Vorläufer für Verkäufe gedeutet, was den Abwärtsdruck verstärken könnte. Experten weisen jedoch darauf hin, dass es sich auch um Maßnahmen des Treasury-Managements handeln könnte, etwa um die Hinterlegung von Sicherheiten oder OTC-Verkäufe vorzubereiten.
CoinDesk bemerkte dazu: „Der Two-Prime-Teil wird die größte Aufmerksamkeit erregen, weil es sich um ein Kredit- und Handelsunternehmen handelt. Wenn der Bitcoin als Sicherheit hinterlegt oder in eine Strategie überführt wird, impliziert das nicht zwangsläufig einen Spot-Verkauf.“
Derivate-Markt zeigt keine Panik
Trotz der dramatischen Kursverluste deutet das Verhalten im Derivate-Markt nicht auf eine ausgewachsene Krise hin. Das Open Interest in Bitcoin-Perpetual-Futures ist von etwa 5 Milliarden auf 3,6 Milliarden Dollar gesunken, was auf einen Rückgang der Hebel und der Risikobereitschaft hindeutet. Die implizite Volatilität liegt bei rund 50 Prozent und damit deutlich unter den dreistelligen Werten während des Einbruchs 2022.
Der Bericht stellt fest, dass die Prämien für Absicherungen gegen Kursverluste zwar gestiegen, aber noch weit von den Extremwerten früherer Marktzusammenbrüche entfernt sind. „Diese Dynamik ähnelt eher der Korrektur in der Zyklusmitte 2021, auf die scharfe Rücksetzer eine deutliche Markterholung folgten“, heißt es in der Analyse. Das Verhältnis von impliziter zu realisierter Volatilität bleibe unter eins, was darauf hindeute, dass Händler nicht mit einer längeren Phase extremer Turbulenzen rechnen.
Für große Marktteilnehmer scheint es derzeit weniger um Panikverkäufe zu gehen, sondern um Neupositionierung und Risikomanagement. „Die aktuelle Schieflage bleibt weit unter den Extremwerten, die während des Marktzusammenbruchs 2022 aufgezeichnet wurden“, unterstreicht der Bybit-Block-Scholes-Report.
Die Frage bleibt, ob weitere Zwangsverkäufe folgen werden, wenn der Preis unter den Produktionskosten verharrt, oder ob der Markt, wie 2021, wieder Fuß fassen kann. Für die breite Masse der Anleger bleibt die Botschaft zwiespältig: Während ein Vermögen von 500 Milliarden Dollar vernichtet wurde und Bitcoin den tiefsten Stand seit über einem Jahr erreicht, deuten die Mechanismen im Derivate-Handel auf eine vorsichtige Stabilität und nicht auf pure Panik hin. Das Schicksal könnte sich, wie so oft in der Kryptowelt, auf einen Satoshi genau wenden.