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Wirtschaft

Bio-Kinderkostmarke Once Upon a Farm startet an der Börse

Die organische Lebensmittelmarke Once Upon a Farm wird an diesem Freitag, dem 7. Februar 2026, an der New Yorker Börse notiert. Das Unternehmen aus Berkeley, Kalifornien, platziert seine Aktien zum Preis von 18 US-Dollar und erreicht damit eine Bewertung von rund 724 Millionen Dollar. Der Börsengang, der durch Finanzgrößen wie Goldman Sachs und J.P. Morgan begleitet wird, bringt dem Unternehmen und seinen Investoren fast 198 Millionen Dollar ein. Gehandelt wird unter dem Tickersymbol OFRM.

Rasantes Wachstum und bekannte Unterstützung

Das 2015 von Cassandra Curtis und Ari Raz gegründete Unternehmen hat sich von einem kleinen Start-up zu einer national vertriebenen Marke entwickelt. Heute sind die Kaltpress-Säcke, Tiefkühlgerichte und Haferriegel für Kinder in etwa 25.000 Geschäften in den gesamten USA erhältlich. Der Umsatz stieg von 94 Millionen Dollar im Jahr 2023 auf 157 Millionen Dollar im Jahr 2024. Dennoch operiert das Unternehmen wie viele junge Lebensmittelmarken weiterhin mit Verlust.

Ein entscheidender Schub für die Markenbekanntheit kam 2017, als die Schauspielerin Jennifer Garner als Mitgründerin und Chief Brand Officer einstieg. Im selben Jahr kam John Foraker, der ehemalige CEO der Bio-Marke Annie’s, als Mitgründer und CEO hinzu. Zu den Investoren zählen S2G Ventures, Cambridge Companies SPG und Cavu Consumer Partners, die auch Brands wie Oatly unterstützt haben.

Der Weg an die Börse war holprig. Eigentlich war der Börsengang für den Herbst 2025 geplant, musste aber aufgrund des längsten Regierungsstillstands in der US-Geschichte verschoben werden. Analysten sehen den nun erfolgreichen Gang an die Börse als wichtiges Signal für andere Konsumgütermarken, die einen Börsengang in Betracht ziehen. Laut Inc. planen auch Unternehmen wie Bob’s Discount Furniture und Jersey Mike’s öffentliche Angebote, was 2026 zu einem Wendepunkt für den IPO-Markt werden könnte.

Herausforderungen und ein schwieriges Marktumfeld

In seinem Börsenprospekt warnt das Unternehmen selbst vor erheblichen Risiken. So könnten Handelsbarrieren in Mexiko und Südamerika, wichtige Bezugsquellen für Obst und Gemüse, zu Lieferengpässen und höheren Kosten führen. Zudem steht der gesamte Lebensmittelsektor unter Beobachtung, da steigende Supermarktpreise die Verbraucher kostenbewusster machen.

Die Beteiligung einer Prominenten wie Jennifer Garner birgt ebenfalls Ambivalenz. Wie Inc. anmerkt, ist die Erfolgsbilanz von Promi-geförderten Marken an der Börse durchwachsen. Das Unternehmen The Honest Company von Jessica Alba etwa erlebte nach seinem Börsengang 2021 einen starken Kursverfall. Josef Schuster, Gründer der Börsenbeobachtungsfirma Ipox Schuster, brachte es gegenüber Bloomberg auf den Punkt: „Die Chance, bei einem Promi-IPO Geld zu verlieren, liegt bei acht zu elf.“ Once Upon a Farm versucht, diesem Trend entgegenzuwirken, indem es seine Mission, Produktinnovation und sein Führungsteam in den Vordergrund stellt, anstatt sich nur auf den Star-Appeal zu verlassen.

Der erfolgreiche Börsengang von Once Upon a Farm wird genau beobachtet, da der IPO-Markt nach einer langen Flaute in den frühen 2020er Jahren Ende 2025 erstmals wieder Zeichen der Erholung zeigte. Die Performance der Aktie in den ersten Handelstagen könnte die Stimmung für weitere Konsumgütermarken prägen. Das Unternehmen steht nun vor der Herausforderung, sein Wachstum fortzusetzen und seinen Platz im wettbewerbsintensiven Markt für Kinderernährung zu festigen, während es gleichzeitig mit globalen Lieferkettenproblemen und einem von Unsicherheit geprägten wirtschaftlichen Umfeld zurechtkommen muss.

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Christoph Alexander Breyer

Christoph Alexander Breuer ist Redakteur und Analyst mit Schwerpunkt auf Sport und Finanzmärkte. Er berichtet über wirtschaftliche Hintergründe im Profisport, Unternehmensentwicklungen und Markttrends und ordnet komplexe Zusammenhänge verständlich für die Leser ein.

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