Auditor-General warnt: NSSF-Vermögen von vier Milliarden Schilling in Nairobi in Gefahr
Ein neuer Bericht des kenianischen Rechnungshofs offenbart massive Versäumnisse beim staatlichen Pensionsfonds. Fünf Immobilien im Wert von umgerechnet etwa 30 Millionen Euro im Zentrum Nairobis liegen brach und sind nach Ansicht der Behörde akut von Landraub bedroht.
Die Auditor-General Nancy Gathungu legte dem National Social Security Fund (NSSF) in ihrem Prüfbericht für das bis Juni 2025 laufende Geschäftsjahr schwere Pflichtverletzungen zur Last. Die untätige Verwaltung der Grundstücke und Gebäude verstoße direkt gegen die eigene Investmentrichtlinie des Fonds, die eine gewinnbringende Anlage aller Vermögenswerte vorschreibt.
Systematisches Versagen bedroht Renten
Die fünf als „Geistergebäude“ bezeichneten Objekte in bester Lage des Central Business District generieren keinerlei Einnahmen, verursachen aber weiterhin Kosten für Instandhaltung und Sicherheit. Gathungu kritisierte, das Management habe keine schlüssige Erklärung für diese Untätigkeit geliefert.
Dieses Verhalten weckt böse Erinnerungen. Der NSSF gilt seit langem als Zielscheibe für korrupte Eliten. Die Sorge ist, dass die aktuelle Vernachlässigung den Weg für einen erneuten Raubzug ebnet, indem die Werte absichtlich heruntergewirtschaftet werden, um einen Verkauf zu Schleuderpreisen an Günstlinge zu rechtfertigen. Die immobile Verwaltung schaffe ein gefährliches Vakuum, das Spezialisten für gefälschte Eigentumstitel ausnutzen könnten, um Ansprüche auf „verlassene“ staatliche Assets geltend zu machen.
Konkrete finanzielle Folgen: Der Prüfbericht beziffert den Buchwert der brachliegenden Immobilien mit 4,02 Milliarden Kenia-Schilling. Unabhängige Experten halten den tatsächlichen Marktwert möglicherweise für deutlich höher. Der jährliche entgangene Mietertrag wird auf über 300 Millionen Schilling geschätzt – Geld, das direkt den Rentnern zugutekommen sollte.
Rechtliche und existenzielle Risiken
Die Untätigkeit birgt auch rechtliche Gefahren. Nach kenianischem Recht kann durch „adverse possession“ Eigentum erworben werden, wenn jemand ein Grundstück zwölf Jahre lang ununterbrochen besetzt. Sollten die NSSF-Properties weiterhin unbewacht und ungenutzt bleiben, könnten sie auf diesem Weg vor Gericht legal enteignet werden.
Für den durchschnittlichen kenianischen Arbeitnehmer, von dessen Gehalt monatlich Beiträge abgezogen werden, ist dieser Bericht ein Schlag ins Gesicht. Der NSSF soll eine Sicherheit im Alter sein, keine Beute für Korrupte. Das Versagen, diese Assets zu sichern, deutet auf einen systemischen Verfall hin, der über bloße Inkompetenz hinausgeht.
Die Uhr tickt. Die NSSF-Führung muss nun umgehend handeln, um die Gebäude entweder zu entwickeln, zu vermieten oder wirksam zu schützen. Andernfalls droht den Ersparnissen von Millionen von Beschäftigten ernsthafter Schaden. Die vier Milliarden Schilling wären dann nicht nur eine Zahl in einem Prüfbericht, sondern der Preis eines weiteren großen Raubzugs in Nairobi.