Ugandas Präsident zeichnet seinen Sohn mit zweithöchstem Militärorden aus
Bei einer Militärzeremonie mit hohem dynastischem Symbolgehalt hat Ugandas Präsident Yoweri Museveni seinen Sohn, General Muhoozi Kainerugaba, mit dem Kabalega-Stern ausgezeichnet. Die Verleihung des zweithöchsten Militärordens des Landes fand anlässlich der 45. Tarehe-Sita-Feierlichkeiten in Kabale statt.
Der Orden wurde Muhoozi für seine Führungsrolle bei hochriskanten Militäreinsätzen in Somalia, der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan verliehen. Die offizielle Begründung würdigte ihn für das „Voranbringen von Personalreformen“ und die Führung von Eliteeinheiten gegen die ADF und LRA. Der General, an der britischen Militärakademie Sandhurst ausgebildet, wurde als militärischer Stratege dargestellt.
Ein Zeichen in unruhigen Zeiten
Der Zeitpunkt der Auszeichnung fällt mit angespannten regionalen Sicherheitslagen im Gebiet der Großen Seen und Berichten über diplomatische Reibungen mit den Vereinigten Staaten zusammen. Die Ehrung für Muhoozis Rolle in der AMISOM-Mission und der „Operation Shujaa“ wird von Beobachtern auch als Signal an Nachbarländer und westliche Partner gewertet, dass der Sohn die künftige Sicherheitsarchitektur Ugandas garantieren soll.
Der Kabalega-Stern, benannt nach einem legendären Bunyoro-König, der britischer Kolonialherrschaft widerstand, steht in der Hierarchie direkt unter dem Orden von Katonga. Neben Muhoozi wurden bei der Zeremonie weitere Veteranen wie Generalleutnant Kayanja Muhanga geehrt. Die Aufmerksamkeit konzentrierte sich jedoch eindeutig auf den „Erstgeborenen Sohn“. Präsident Museveni forderte alle Ausgezeichneten auf, ihre Dekorationen „mit Stolz zu tragen“ – eine Aufforderung, die viele als direkten Appell an das Militär verstehen, sich hinter die nun dekorierte Führung zu stellen.
Die Verleihung wird weithin als weiterer, entscheidender Schritt im sogenannten „Muhoozi-Projekt“ gedeutet, der auf eine festgelegte Nachfolge des langjährigen Präsidenten durch seinen Sohn hindeutet. Muhoozis Karriere verlief schnell: Vom Kommandeur der Präsidentenschutzeinheit stieg er zum Chef der Verteidigungsstreitkräfte (CDF) auf. Kritiker sehen darin Nepotismus, während die jüngste Auszeichnung das Narrativ des erfahrenen Patrioten untermauern soll.
Für die Staaten der Ostafrikanischen Gemeinschaft, insbesondere Kenia, stellt die zunehmende Konsolidierung einer militarisierten Nachfolge in Uganda eine bedeutende geopolitische Entwicklung dar. Muhoozis umstrittene „Twitter-Diplomatie“ hatte bereits zu Verstimmungen mit Nairobi geführt. Seine offizielle Ehrung mit dem Kabalega-Stern unterstreicht nun seinen dauerhaften politischen Einfluss, gestützt durch den gesamten Staatsapparat.
Die zentrale Frage lautet für viele Beobachter mittlerweile nicht mehr, ob Muhoozi Kainerugaba Uganda eines Tages führen wird, sondern wann dieser Übergang stattfinden wird. Während der Stern auf seiner Uniform in Kabale glänzte, war die Botschaft klar: Die Revolution wird nicht enden, sondern vererbt.