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Unterhaltung

Trump kündigt zweijährige Schließung des Kennedy Centers an

Am Sonntagabend gab Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social bekannt, dass das Kennedy Center for the Performing Arts in Washington, D.C. am 4. Juli 2026 für zwei Jahre geschlossen wird, um umfassend renoviert und revitalisiert zu werden. Dieser dramatische Schritt, der auch von dem Präsidenten des Kennedy Centers, Richard Grenell, unterstützt wurde, ist bereits jetzt ein Thema heftiger Kontroversen, rechtlicher Drohungen und einer Welle von Boykotten von Künstlern.

In seinem Beitrag erklärte Trump, die Schließung sei Teil einer Feier zum 250. Jubiläum der Vereinigten Staaten. „Das Trump Kennedy Center wird am 4. Juli 2026 schließen, um mit dem Bau eines neuen, spektakulären Unterhaltungskomplexes zu beginnen“, schrieb er. Er betonte, dass die Finanzierung bereits abgeschlossen sei. Trump argumentierte, dass eine einmalige zweijährige Schließung bessere Ergebnisse liefern würde als wiederholte Teilschließungen während laufender Aufführungen: „Die vorübergehende Schließung ermöglicht eine schnellere und qualitativ bessere Renovierung“, so der Präsident.

Doch trotz dieser ambitionierten Pläne steht die endgültige Umsetzung noch unter Vorbehalt. Trump machte klar, dass das Vorhaben „vollständig der Genehmigung des Vorstands unterliegt“. Dieser Vorstand, den Trump selbst nach einer kontroversen Umstrukturierung im Februar 2025 übernommen hat, ist stark mit seinen Verbündeten besetzt, was bei Kritikern den Eindruck einer Machtkonzentration in einem der bedeutendsten Kulturinstitute des Landes erweckt.

Proteste und rechtliche Herausforderungen

Richard Grenell, der enge Trump-Vertraute und Präsident des Kennedy Centers, äußerte schnell seine Unterstützung für die Schließung. Auf der Plattform X (früher Twitter) dankte Grenell Trump für seine „visionäre Führung“ und lobte den Kongress für die Bereitstellung von „historischen 257 Millionen Dollar“ zur Behebung jahrelanger Vernachlässigung und Reparaturen am Trump Kennedy Center. Er sagte, dass eine vorübergehende Schließung „sinnvoll“ sei, um die Ressourcen besser zu investieren und die Renovierung schneller und gründlicher abzuschließen.

Die Kennedy Center, das 1971 als lebendes Denkmal für Präsident John F. Kennedy eröffnet wurde, stand seit Trumps Amtsübernahme im Zentrum politischer und kultureller Auseinandersetzungen. So stieß die Umbenennung des Centers im Dezember 2025 in „The Donald J. Trump and the John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts“ auf starken Widerstand, insbesondere bei der Kennedy-Familie und Künstlern. Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten, darunter der Komponist Philip Glass, die Opernsängerin Renée Fleming und Musiker wie Béla Fleck, sagten ihre Auftritte ab, und auch Produzenten wie Jeffrey Seller, der hinter dem Musical „Hamilton“ steht, stornieren geplante Vorstellungen.

Die Auswirkungen der Umbenennung sind auch spürbar bei den Ticketverkäufen. Laut The Washington Post gingen die Einnahmen nach der Übernahme durch Trump deutlich zurück. Und die Nachricht von der zweijährigen Schließung wurde von den Mitarbeitern des Kennedy Centers mit Verwunderung aufgenommen – viele erfuhren erstmals durch Trumps Social-Media-Beitrag von der Entscheidung.

In der Zwischenzeit drohen rechtliche Schritte. Gruppen wie „Democracy Defenders Action“ und die „Washington Litigation Group“, die bereits gegen die Umbenennung klagen, kündigten an, die Schließung ebenfalls rechtlich zu prüfen. „Die Kennedy Center wurde illegal umbenannt. Seitdem sind Künstler und Besucher weggebrochen“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Gruppen warfen Trump vor, die Schließung des Centers nicht für Renovierungszwecke zu nutzen, sondern um weiteren Imageverlust zu vermeiden.

Trump selbst beschrieb das Center als „müde, kaputt und baufällig“ und versprach, dass die Renovierung es zu einem „weltklasse Zentrum für Kunst, Musik und Unterhaltung“ machen würde. Detaillierte Informationen über die geplanten Renovierungen sind jedoch bislang nicht veröffentlicht worden.

Die Schließung des Kennedy Centers folgt auf weitere kulturelle Umbauten, die Trump in Washington vorangetrieben hat, darunter die Abrissarbeiten am East Wing des Weißen Hauses und die Planung eines Triumphbogens zur Feier des 250. Jubiläums der Vereinigten Staaten. In seiner zweiten Amtszeit hat Trump auch als erster Präsident die Kennedy Center Honors moderiert und dabei Persönlichkeiten wie Sylvester Stallone und KISS geehrt.

Für das Kennedy Center und seine Rolle als nationales Symbol der Kunst bleibt die Zukunft ungewiss. Während die Schließung näher rückt, werden alle Augen auf die Entscheidung des Vorstands und mögliche gerichtliche Schritte gerichtet sein. Eines ist jedoch sicher: Die kommenden zwei Jahre werden für diese ikonische Institution alles andere als ruhig werden.

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Christoph Alexander Breyer

Christoph Alexander Breuer ist Redakteur und Analyst mit Schwerpunkt auf Sport und Finanzmärkte. Er berichtet über wirtschaftliche Hintergründe im Profisport, Unternehmensentwicklungen und Markttrends und ordnet komplexe Zusammenhänge verständlich für die Leser ein.

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