Trump kündigt zweijährige Schließung des Kennedy Centers an
Am Sonntag gab Präsident Donald Trump bekannt, dass das Kennedy Center for the Performing Arts in Washington ab dem 4. Juli 2026 für voraussichtlich zwei Jahre geschlossen wird. Der Schritt soll der umfassenden Renovierung und Neugestaltung des ikonischen Kulturzentrums dienen. Trump erklärte, dass dies Teil seines Plans sei, die Denkmäler der Hauptstadt während seiner zweiten Amtszeit zu verändern und neu zu gestalten.
„Das Trump-Kennedy-Center wird am 4. Juli 2026 geschlossen, um das 250. Jubiläum unseres Landes zu ehren, und wir beginnen gleichzeitig mit dem Bau eines neuen und spektakulären Unterhaltungskomplexes. Die Finanzierung ist abgeschlossen und vollständig gesichert!“, schrieb Trump in einem Post auf seiner Social-Media-Plattform, wie von ABC News berichtet. Der Präsident betonte, dass das Kennedy Center, das als lebendes Denkmal für Präsident John F. Kennedy gilt, unter seiner Leitung eine dramatische Transformation erfahren wird.
Politische Kontroversen und Turbulenzen im Kennedy Center
Trump’s Ankündigung folgt einem turbulenten Jahr für das Kennedy Center, das seit der Übernahme durch den Präsidenten im Jahr 2025 mit zahlreichen Skandalen und internen Umwälzungen zu kämpfen hatte. Laut NPR entließ Trump mehrere Mitglieder des Kuratoriums des Centers und setzte hochrangige Mitarbeiter seiner Regierung in die Führung des Zentrums, darunter seine Chefberaterin Susie Wiles und den stellvertretenden Stabschef Dan Scavino. Trump übernahm persönlich den Vorsitz des Kuratoriums, was seine Kontrolle über die Institution weiter festigte.
Im Dezember 2025 stimmte das nunmehr unter Trumps Einfluss stehende Kuratorium einstimmig für die Umbenennung des Centers in „Trump-Kennedy Center“. Daraufhin wurde der Name „The Donald J. Trump and“ auf die Fassade des Gebäudes hinzugefügt, direkt über dem ursprünglichen Schild zu Ehren von John F. Kennedy. Diese Umbenennung stieß auf scharfe Kritik, sowohl von Abgeordneten des Kongresses als auch von der Familie Kennedy. Kerry Kennedy, eine Nichte des verstorbenen Präsidenten, erklärte in den sozialen Medien, dass sie den Namen „mit einem Pickel entfernen würde, wenn Trumps Amtszeit endet“, so NPR.
Seit der Übernahme durch Trump sind die Verkaufszahlen des Kennedy Centers laut „The Washington Post“ dramatisch gesunken. Der Veranstaltungsort musste eine Reihe hochkarätiger Absagen hinnehmen: So zogen sowohl Schauspielerin Issa Rae als auch das Broadway-Stück „Hamilton“ ihre Auftritte zurück. Der Komponist Philip Glass sagte seine Symphonie Nr. 15 „Lincoln“ ab, da die Werte des Centers im Widerspruch zu der Botschaft seines Werkes stünden. Auch die Washington National Opera, eine der renommiertesten Kunstgruppen der Stadt, gab bekannt, dass sie ihre Aufführungen künftig nicht mehr im Kennedy Center durchführen werde, aufgrund der Ungewissheit über die Zukunft der Institution.
Die Umstrukturierungen haben auch die Führungsebene des Centers erschüttert: Der Leiter der künstlerischen Programme trat abrupt zurück, nur wenige Wochen nach seiner Ernennung. Ein Sprecher des Kennedy Centers lehnte es ab, zu den Personalwechseln und den vielen Künstlerabsagen Stellung zu nehmen.
Trump selbst verteidigte den geplanten Umbau in einer Erklärung und erklärte, das Center sei „in einem schlechten Zustand, sowohl finanziell als auch strukturell“, und brauche eine grundlegende Erneuerung. Allerdings gibt es bislang keine konkreten Belege, die die Behauptung stützen, dass das Gebäude in einem so schlechten Zustand ist, wie behauptet wird. Die plötzliche Entscheidung und das Fehlen transparenter Informationen über den tatsächlichen Zustand des Gebäudes haben bei Kritikern und Kulturschaffenden für Zweifel gesorgt.
Die Schließung des Centers muss noch vom Kuratorium genehmigt werden, doch angesichts der Mehrheit von Trumps Vertrauten in diesem Gremium wird kaum mit ernsthafter Widerstand gerechnet. Trump hat bereits angekündigt, dass die Finanzierung des Projekts „abgeschlossen und vollständig gesichert“ sei, doch es fehlen bisher Details zu den Finanzierungsmöglichkeiten und den erwarteten Kosten des Umbaus. Der Schritt erfolgt nach anderen ehrgeizigen Projekten von Trump in Washington, darunter der Abriss des Ostflügels des Weißen Hauses für einen 400 Millionen Dollar teuren Ballsaal und Vorschläge für einen Triumphbogen nahe dem Lincoln Memorial.
Die geplante Schließung und Umgestaltung des Kennedy Centers hat eine breitere Debatte über die Zukunft nationaler Kulturinstitutionen angestoßen. Unterstützer von Trump argumentieren, dass das Center dringend einer Renovierung bedürfe und dass seine Geschäftskompetenz sicherstellen werde, dass das Ergebnis von Weltklasse sei. Gegner sehen die Veränderungen hingegen als Versuch, das ursprüngliche Erbe des Centers als Denkmal für John F. Kennedy zu verwischen und die Institution politisch zu vereinnahmen.
„Es geht um mehr als nur Ziegel und Mörtel“, sagte ein langjähriger Besucher des Kennedy Centers gegenüber der „Washington Post“, der anonym bleiben wollte. „Es geht um das, wofür das Kennedy Center steht – sein Erbe, sein Engagement für die Künste und seine Bedeutung in der amerikanischen Geschichte. Das ist, was wirklich auf dem Spiel steht.“
Mit der Schließung des Centers, die am 4. Juli 2026 beginnt, wird Washington’s Kunstgemeinschaft mit weiteren Störungen rechnen müssen. Angesichts bereits sinkender Ticketverkäufe und dem Umzug führender Künstler und Ensembles an andere Veranstaltungsorte bleibt die Zukunft des Kennedy Centers als Zentrum für darstellende Kunst unsicher. Klar ist jedoch, dass die nächste Phase in der Geschichte des Centers unter dem deutlichen Einfluss von Donald Trump stehen wird.