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Unterhaltung

Studie belegt: Schlafprobleme betreffen Frauen deutlich häufiger als Männer

Neue Untersuchungen zeigen ein deutliches geschlechtsspezifisches Gefälle bei Schlafstörungen. Acht von zehn Frauen leiden unter schlechter Schlafqualität oder unterbrochenem Schlaf, wie eine Studie der Schlafexperten von Levitex ergab. Zum Vergleich: Nur die Hälfte der betroffenen Frauen leidet unter daraus resultierender Erschöpfung, die zu mehr Stress, Ängsten und schlechterer Gehirnfunktion als bei Männern führt.

Ursachen: Mehr als nur Schlaflosigkeit

Die Physiotherapeutin Louise Rogerson bestätigt diesen Trend. „Frauen haben mit höherer Wahrscheinlichkeit Schlaflosigkeit als Männer“, sagt sie. Ein Hauptgrund liege in der mentalen Belastung und psychischen Faktoren. Frauen neigten eher zu Angststörungen, die die Schlafqualität beeinträchtigen, und bewerteten ihren Schlaf öfter als schlecht.

Interessanterweise handelt es sich bei dem Problem oft nicht um Einschlafschwierigkeiten. Viele Frauen berichten, wegen Erschöpfung schnell einzuschlafen, wachen dann aber nachts auf und können nicht wieder in den Schlaf finden. Rogerson führt dies auf den Alltag zurück: „Die Realität für Frauen ist, dass wir nachts tendenziell aufstehen, Fürsorgepflichten haben, eher Ängste haben und einfach weitermachen.“

Hinzu kommen biologische Faktoren wie der Menstruationszyklus und die Menopause, die massive Auswirkungen auf die Schlafqualität haben können. Diese Kombination aus mentaler und körperlicher Belastung sei, so Rogerson, „ein Rezept für ein Desaster“. Sie betont, dass die daraus resultierende nächtliche Unterbrechung des Schlafrhythmus oft schädlicher für die Erholung sei als reine Einschlafprobleme.

Praktische Strategien für besseren Schlaf

Die Schlafspezialistin Kathryn Pinkham, die „The Insomnia Clinic“ leitet, gibt einen gegenintuitiven, aber wirksamen Ratschlag: früher aufstehen. Bei Schlafproblemen neigten Menschen dazu, länger im Bett zu bleiben, um die Schlafchance zu erhöhen. Das schwäche jedoch den Schlafdruck. „Um gut zu schlafen, müssen wir einen wirklich starken Schlafdruck haben, der sich durch Zeit außerhalb des Bettes aufbaut“, erklärt sie. Ein kürzerer, aber konsolidierter Zeitraum im Bett sei oft erholsamer.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Schlafumgebung. Rogerson rät zu einer kühlen Raumtemperatur und der Verwendung von mehreren Lagen Bettwäsche zur besseren Temperaturregulierung. Sie empfiehlt sogar, separate Kissen zum Lesen und zum Schlafen zu verwenden, da ein Lesekissen nicht die optimale Unterstützung für die Nacht biete.

Pinkham warnt zudem vor dem Blick auf die Uhr bei schlaflosen Phasen. Der Körper lerne sonst, zu bestimmten Zeiten aufzuwachen. Auch Smartphones haben im Schlafzimmer nichts zu suchen – nicht nur wegen des melatoninhemmenden Blaulichts, sondern auch als Ablenkung. Als Alternative schlägt sie klassische Radiowecker vor und nennt dabei explizit das britische Unternehmen Roberts, dessen Modelle auch über Bluetooth verfügen.

Die wichtigste Strategie sei jedoch die mentale Vorbereitung am Tag. Pinkham empfiehlt, sich tagsüber Zeit zu nehmen, um Gedanken und Sorgen aufzuschreiben, zu sortieren und zwischen kontrollierbaren und nicht kontrollierbaren Problemen zu unterscheiden. Diese Praxis mache es in der Nacht leichter, gedanklich zur Ruhe zu kommen, da man bereits einen Plan habe oder akzeptiert habe, was sich nicht ändern lasse.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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