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Unterhaltung

Sheridan Smith über den Wendepunkt ihrer Karriere und das BAFTA-Debakel

Die Schauspielerin Sheridan Smith spricht offen über eine der schwierigsten Phasen ihres Lebens, die ihren Höhepunkt im Jahr 2016 fand – einem dramatischen Vorfall bei den BAFTA-Verleihungen, der ihr Leben und ihre Karriere für immer veränderte. Smith, die zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt ihrer Karriere stand, hatte nicht nur den Erfolg auf der Bühne, sondern kämpfte auch mit persönlichen Herausforderungen, die ihr Leben in den folgenden Jahren entscheidend beeinflussten.

Die erschütternde BAFTA-Nacht

Im Alter von 34 Jahren war Sheridan Smith bereits ein etablierter Star im britischen Showgeschäft. Ihre Rolle als Fanny Brice im West-End-Musical „Funny Girl“ brachte ihr viel Lob ein, doch hinter den Kulissen trug sie ein schweres persönliches Gepäck. Ihr Vater war schwer erkrankt, und die Belastung, beruflich und privat zu funktionieren, führte zu gesundheitlichen Problemen. Dies blieb jedoch zunächst der Öffentlichkeit verborgen.

Während der BAFTA-Verleihung 2016 wurde Smiths private Krise dann öffentlich, als der Gastgeber Graham Norton einen spöttischen Kommentar abgab. „Wir sind alle auf ein paar Drinks gespannt – oder, wie es in den Theaterkreisen genannt wird, ein paar Gläser technische Schwierigkeiten“, sagte Norton. Diese Bemerkung, die sich auf Smiths wiederholtes Fehlen bei Aufführungen von „Funny Girl“ bezog, wurde allgemein als Anspielung auf Alkoholprobleme verstanden. Der Kommentar traf Smith mitten ins Herz und löste eine emotionale Krise aus.

„Ich war zutiefst gedemütigt“, erinnert sich Smith in späteren Interviews. „Es war ein Raum voller Menschen, die du respektierst und mit denen du zusammenarbeitest. Dieser Moment war der letzte Tropfen, bevor mein Geist wirklich zusammenbrach“, erklärt sie in ihrer ITV-Dokumentation „Sheridan Smith: Becoming Mum“.

Die Folgen und der Weg zurück

Was viele nicht wussten, war, dass Smith zu dieser Zeit mit einer Abhängigkeit von Angstmedikamenten und Alkohol kämpfte. Der Kommentar bei der BAFTA-Verleihung verstärkte die Spirale der Selbstzweifel und veranlasste sie zu einem verzweifelten Versuch, die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen. Sie setzte abrupt ihre Medikamente ab, was zu einem schwerwiegenden gesundheitlichen Vorfall führte. Innerhalb kurzer Zeit erlitt sie fünf Anfälle, verlor das Bewusstsein und wurde nur durch das rechtzeitige Eingreifen einer Freundin gerettet.

„Es war ein Wunder, dass meine Freundin mich rettete“, sagt Smith, die sich später daran erinnert, wie die Freundin sie wieder zum Atmen brachte, nachdem sie kollabiert war. Es war ein schockierender Wendepunkt in ihrem Leben. Sie verbrachte die folgenden Monate mit der langsamen Heilung und dem Wiederaufbau ihres physischen und psychischen Zustands.

Vier Jahre später brach Smith ihr Schweigen und sprach in „Sheridan Smith: Becoming Mum“ über ihre Erfahrungen. Sie wollte die Realität hinter den Kulissen von Prominenten und den Druck, der mit dem öffentlichen Leben einhergeht, aufzeigen. Smith erklärte, dass ihre Sucht nach Medikamenten ein gut gehütetes Geheimnis war, das erst nach der dramatischen Nacht bei den BAFTAs ans Licht kam.

Im Jahr 2026, acht Jahre nach dem Vorfall, kehrt Sheridan Smith zurück und übernimmt die Kontrolle über ihre Geschichte. „Ich habe nie gewollt, dass diese Sache so öffentlich wird, aber sie ist es nun einmal. Jetzt will ich die Kontrolle übernehmen“, sagt sie. Sie betont, dass sich die Haltung der Unterhaltungsindustrie gegenüber psychischer Gesundheit verändert hat und dass es heute mehr Mitgefühl für die Schwierigkeiten gibt, mit denen viele konfrontiert sind.

Smiths Rückkehr auf die Bühne und vor die Kamera ist ein Beweis für ihre Resilienz. Sie hat weiterhin erfolgreiche Projekte wie „Cilla“ und „The Teacher“ realisiert und sich zudem als Mutter einen neuen Lebenszweck geschaffen. Ihre Bereitschaft, ihre Geschichte zu teilen, hat vielen geholfen, die Herausforderungen und Belastungen des öffentlichen Lebens besser zu verstehen. Die Schauspielerin nutzt ihre Stimme, um eine offene Diskussion über psychische Gesundheit zu fördern und mehr Empathie für diejenigen zu erzeugen, die ähnliche Kämpfe durchmachen.

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Christoph Alexander Breyer

Christoph Alexander Breuer ist Redakteur und Analyst mit Schwerpunkt auf Sport und Finanzmärkte. Er berichtet über wirtschaftliche Hintergründe im Profisport, Unternehmensentwicklungen und Markttrends und ordnet komplexe Zusammenhänge verständlich für die Leser ein.

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