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Unterhaltung

Sheridan Smith begeistert auf der Bühne und im Film – „Quartet“ verlässt Prime Video

Die britische Schauspielerin Sheridan Smith steht derzeit sowohl auf der West End-Bühne als auch auf der Leinwand im Mittelpunkt. In ihren letzten Projekten hat sie ihre Vielseitigkeit unter Beweis gestellt und das Publikum mit ihrer Mischung aus Witz, Verletzlichkeit und schauspielerischem Talent begeistert. Zwei Produktionen, die dies besonders hervorheben, sind Alan Ayckbourns „Woman in Mind“ und Dustin Hoffmans Regiedebüt „Quartet“.

„Woman in Mind“ auf dem West End

Das Stück „Woman in Mind“ erregt derzeit auf dem West End Aufsehen. Es spielt 1986 und zeigt Sheridan Smith in der Rolle der Susan, einer unzufriedenen Hausfrau aus den Home Counties, die in schwierigen Momenten einen Yorkshire-Akzent annimmt. Im Verlauf des Stücks entfaltet sich Susans Leben, während sie mit ihrer Familie über das Leben und ihre Beziehungen klagt. Ihre verbitterte Schwiegermutter Muriel, ihr intellektueller Ehemann Gerald und ihr erwachsener Sohn Ricky, der in einer Gemeinschaft von Stummen in Hemel Hempstead lebt, sind nur einige der Zielscheiben ihrer ständigen Beschwerden.

Doch die Geschichte nimmt eine Wendung, als sich herausstellt, dass Ricky von seiner Gemeinschaft untersagt wird, mit seinen Eltern zu sprechen. Im zweiten Akt bricht er sein Schweigen und kündigt an, nach Thailand auszuwandern – mit einer neuen Frau, die Susan als „ungeschickt“ und „ein bisschen speckig“ bezeichnet. Susan reagiert mit einer aggressiven Haltung, ohne ihre Schwiegertochter jemals kennengelernt zu haben, und hegt die Absicht, sie verbal zu attackieren.

Doch die Frage, was real und was eingebildet ist, zieht sich wie ein rotes Band durch das Stück. Nachdem Susan von einer Gartenhacke getroffen wird, entwickelt sich die Handlung größtenteils in ihrem beschädigten Geist, wo sie sich eine alternative Familie erträumt. In dieser Fantasiewelt hat sie zwei charmante Kinder und einen treuen Ehemann, der karibischer Herkunft ist. Die Darstellung dieser Fantasie-Sequenzen, die hinter einem beweglichen Vorhang, dem „Safety Curtain“, inszeniert werden, sorgt für viel Verwirrung und lässt das Publikum mit der Frage zurück, was von Susans Welt wahr ist.

Smiths Darstellung der Susan erhielt gemischte Kritiken. Ihre schauspielerische Leistung als giftige und parasitäre Hausfrau wurde als „ganz gut“ bezeichnet, doch einige Rezensenten kritisierten ihr Aussehen, das mit Tätowierungen bedeckt ist, die nicht zum Bild einer typischen Hausfrau aus den Home Counties passen. Es wurde sogar bemängelt, dass das Kostüm nicht die nötige Sorgfalt in der Detailarbeit widerspiegle.

„Quartet“ auf Prime Video – Ein Abschied

Für Sheridan Smith-Fans gibt es noch einen weiteren Grund zur Freude, oder besser gesagt zur Eile: Der britische Film „Quartet“ aus dem Jahr 2012, in dem Smith an der Seite von Schauspielgrößen wie Maggie Smith, Tom Courtenay, Billy Connolly und Pauline Collins zu sehen ist, wird bald von Prime Video verschwinden. Der Film, der Dustin Hoffmans Regiedebüt markiert, erzählt die Geschichte von Beecham House, einem Altersheim für ehemalige Musiker und Opernsänger.

„Quartet“ wurde von Kritikern hochgelobt, insbesondere für die herausragenden Darstellungen, vor allem von Maggie Smith und Billy Connolly. Es wurde als „brillant und liebevoll komponiert“ beschrieben, mit einer Atmosphäre, die an Opernstücke erinnert und die Zuschauer zu einer „Zugabe“ einlädt. Sheridan Smith selbst erinnert sich, dass das Filmen des Films „magisch“ war, da die Atmosphäre am Set so großartig war, dass viele Szenen spontan und voller Lachen entstanden. Laut Smith sei die Zusammenarbeit im Team außergewöhnlich gewesen, und viele Momente der Kamera seien nicht gespielt, sondern authentische Outtakes.

Der Film wird noch bis zum 30. Januar 2026 auf Prime Video verfügbar sein, danach jedoch nicht mehr. Für Zuschauer, die es verpassen oder keine Prime Video-Abonnenten sind, bleibt „Quartet“ weiterhin auf Sky Cinema und NOW verfügbar, allerdings ohne ein bestätigtes Entfernungsdatum für diese Plattformen.

Die unterschiedlichen Rollen, die Sheridan Smith in „Woman in Mind“ und „Quartet“ spielt, zeigen ihre Vielseitigkeit – von der bissigen Satire auf der West End-Bühne bis hin zum herzerwärmenden Ensembledrama auf der Leinwand. Während sich die Rechte für das Streaming und die Theater-Saisons verändern, wird den Zuschauern einmal mehr bewusst, wie flüchtig der Zugang zu großen Darbietungen sein kann. Smiths Werke – sei es die surreale Verwirrung in Ayckbourns Stück oder die nostalgische Wärme in Hoffmans Film – bleiben ein faszinierendes Erlebnis, das sowohl unordentlich als auch magisch ist und stets einen Blick wert bleibt.

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Christoph Alexander Breyer

Christoph Alexander Breuer ist Redakteur und Analyst mit Schwerpunkt auf Sport und Finanzmärkte. Er berichtet über wirtschaftliche Hintergründe im Profisport, Unternehmensentwicklungen und Markttrends und ordnet komplexe Zusammenhänge verständlich für die Leser ein.

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