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Unterhaltung

Scarlett Johansson und andere Künstler fordern AI-Unternehmen zu fairer Lizenzierung auf

Am 24. Januar 2026 starteten hunderte prominente Künstler, Schauspieler, Musiker und Schriftsteller eine landesweite Kampagne gegen den Einsatz ihrer urheberrechtlich geschützten Werke zur Schulung von Künstlicher Intelligenz (KI) ohne deren Erlaubnis oder Entschädigung. Unter dem Slogan „Stealing Isn’t Innovation“ (Stehlen ist keine Innovation) zielt die Initiative darauf ab, die Nutzung von Kreativwerken für KI-Systeme als Diebstahl darzustellen und fordert eine faire Lizenzierung. Die Kampagne hat das Thema, das bereits seit Jahren in der Diskussion steht, nun auf die Spitze getrieben. Fast 60 Klagen gegen KI-Unternehmen laufen bereits in den US-amerikanischen Gerichten, wodurch die Auseinandersetzungen zwischen Künstlern und den Technologiegiganten weiter eskalieren.

Künstler fordern neue Vereinbarungen

In der Erklärung der Kampagne heißt es, dass einige der größten Tech-Unternehmen die Werke amerikanischer Kreativer ohne Autorisierung verwenden, um ihre KI-Plattformen zu entwickeln, was nicht als Fortschritt, sondern als Diebstahl bezeichnet wird. Zu den prominenten Unterzeichnern der Initiative gehören Namen wie Scarlett Johansson, Cyndi Lauper, Common und Joseph Gordon-Levitt. Die Künstler fordern nicht, dass KI-Unternehmen den Einsatz kreativer Werke vollständig einstellen, sondern vielmehr faire Lizenzierungsvereinbarungen und Partnerschaften zu etablieren. „Es gibt einen besseren Weg“, betonen sie in ihrer Erklärung und plädieren für verantwortungsvolle und ethische Lösungen.

Diese Aktion erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die rechtliche Landschaft bereits von Streitigkeiten über die Nutzung kreativer Inhalte durch KI geprägt ist. Laut Inbox News sind derzeit etwa 60 laufende Klagen gegen KI-Unternehmen anhängig, bei denen Urheber und Rechteinhaber geltend machen, dass die Unternehmen ihre Werke ohne Zustimmung verwenden, um ihre Algorithmen zu trainieren. Schon seit Jahren wird kritisiert, dass KI-Entwickler Werke wie Kunst, Musik, Literatur und Filme aus dem Internet „einsammeln“, ohne die Rechteinhaber zu informieren oder zu entschädigen.

Scarlett Johansson, eine der führenden Figuren dieser Bewegung, ist bekannt dafür, gegen die unerlaubte Nutzung ihres Bildes und ihrer Darstellungen durch KI vorzugehen. Ende 2023 reichte sie Klage gegen eine KI-Anwendung ein, die ihren Namen und ihr Abbild ohne ihre Zustimmung in digitalen Werbeanzeigen verwendete. Im Jahr 2024 verurteilte sie öffentlich ein virales Video, das eine KI-generierte Version von ihr zeigte, und kritisierte OpenAI dafür, dass die Stimme des KI-Modells GPT-4o „Sky“ auf ihrer Performance im Film „Her“ aus dem Jahr 2013 basierte.

Die Schauspielerin unterstreicht, dass es in diesen Auseinandersetzungen nicht nur um Geld geht, sondern um Kontrolle, Würde und Identität. Ihre fortwährende Kritik macht deutlich, dass viele Künstler diese Probleme als zutiefst persönlich empfinden.

Auch andere prominente Unterzeichner wie Cate Blanchett und Joseph Gordon-Levitt haben sich gegen eine unregulierte Entwicklung von KI ausgesprochen. Blanchett warnte während des Toronto International Film Festivals 2024, dass „Innovation ohne Vorstellungskraft eine sehr gefährliche Sache ist.“ Diese Äußerung spiegelt die wachsende Besorgnis innerhalb der kreativen Gemeinschaft wider, dass KI die Grundlagen der Urheberschaft und der künstlerischen Ausdruckskraft untergraben könnte.

Die Kampagne ist jedoch nicht vollständig konfrontativ. Die Künstler erkennen das enorme Potenzial von KI an, sowohl für die Gesellschaft als auch für die Wirtschaft. Sie fordern nicht die Einstellung der Innovation, sondern eine ethische Weiterentwicklung. Sie plädieren dafür, dass KI-Unternehmen den Beispielen anderer Unternehmen folgen, die bereits Lizenzvereinbarungen oder Partnerschaften mit den Kreativschaffenden geschlossen haben.

Die juristischen und ethischen Fragen bleiben jedoch weiterhin heikel. Der Kern des Problems ist, ob die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Inhalten zur Schulung von KI-Modellen als „Fair Use“ (faire Nutzung) gilt oder gegen das Urheberrecht verstößt. Eine Klage aus dem Jahr 2023, die AI-Unternehmen beschuldigt, das Urheberrecht zu verletzen, indem sie Werke ohne Erlaubnis zur Modellschulung verwenden, könnte dazu beitragen, Präzedenzfälle zu schaffen, die die zukünftige Entwicklung von KI und die Durchsetzung von Urheberrechten prägen werden.

Die Kampagne hat mittlerweile eine breite Unterstützung in der Kreativbranche gefunden. Sie zielt darauf ab, nicht nur den Rechtsweg zu nutzen, sondern auch die kollektive Macht der Künstler, um Druck auf Gesetzgeber und Technologieunternehmen auszuüben. Ihr Ziel ist es, sicherzustellen, dass die amerikanische Kreativität im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz respektiert, geschützt und fair entschädigt wird.

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Christoph Alexander Breyer

Christoph Alexander Breuer ist Redakteur und Analyst mit Schwerpunkt auf Sport und Finanzmärkte. Er berichtet über wirtschaftliche Hintergründe im Profisport, Unternehmensentwicklungen und Markttrends und ordnet komplexe Zusammenhänge verständlich für die Leser ein.

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