Politische Kluft teilt die Super-Bowl-Pause: Kid Rock kontert Bad Bunny mit patriotischem Alternativprogramm
Am 8. Februar 2026 wird die Halbzeitpause des Super Bowl LX erstmals in direkter Konkurrenz ausgetragen. Neben der offiziellen Show des NFL mit dem puerto-ricanischen Mega-Star Bad Bunny stellt die konservative Aktivistengruppe Turning Point USA (TPUSA) ein „All-American Halftime Show“ auf die Beine, angeführt von Kid Rock. Die parallelen Events sind mehr als Unterhaltung – sie spiegeln die tiefen kulturellen und politischen Gräben in den USA wider.
Breites Streaming-Angebot für Gegenveranstaltung
Während das NFL-Spiel mit der Halbzeitshow von Bad Bunny bei NBC im Free-TV läuft, setzt TPUSA voll auf digitale Verbreitung. Die Gegenveranstaltung soll live um 20:00 Uhr Eastern Time während der Super-Bowl-Halbzeit auf YouTube, X und Rumble sowie auf Partnerplattformen wie Daily Wire , Real America’s Voice und OAN News gestreamt werden. Diese Strategie soll traditionelle Gatekeeper umgehen und ein möglichst breites Publikum erreichen.
Das Line-up der TPUSA-Show liest sich wie ein Who-is-who des konservativen Country-Genres. Neben Kid Rock werden die Country-Stars Brantley Gilbert, Lee Brice und Gabby Barrett auftreten. Auf der TPUSA-Webseite wird die Veranstaltung als „einzigartiges, patriotisches Event“ beschrieben, das „amerikanische Kultur, Freiheit und Glauben“ feiere und ein familienfreundliches Unterhaltungsangebot für Millionen Zuschauer des großen Spiels sein wolle.
Der Auslöser für diese ungewöhnliche Konkurrenzveranstaltung war die Ankündigung der NFL im Oktober 2025, Bad Bunny als Headliner zu verpflichten. Der Grammy-prämierte Künstler, der überwiegend auf Spanisch singt und aus Puerto Rico stammt, löste sofort Kontroversen aus. Laut „USA Today“ riefen prominente politische Figuren, darunter Ex-Präsident Donald Trump und der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, bereits etwa eine Woche später zum Boykott der NFL auf.
Kid Rock, ein bekannter Unterstützer Trumps, der sogar auf dem Republican National Convention 2024 auftrat, kommentierte die Rivalität in einer von TPUSA verbreiteten Erklärung scharf. „Wir gehen an diese Show heran wie David und Goliath“, sagte er. „Gegen die Profi-Football-Maschine und einen globalen Pop-Superstar anzutreten, ist fast unmöglich… oder doch nicht?“ Er bezog sich dabei auch auf Bad Bunnys eigene Ankündigungen: „Er hat gesagt, er macht eine Dance-Party, trägt ein Kleid und singt auf Spanisch? Cool. Wir planen, großartige Songs für Leute zu spielen, die Amerika lieben.“
Bad Bunny als politischer Blitzableiter
Die Kontroverse um Bad Bunny ist nicht neu, hat sich aber mit dem nahenden Super Bowl zugespitzt. Der Künstler ist nicht nur der erste Latin-Künstler in der Geschichte mit 100 Hits in den Billboard Hot 100, sondern auch ein lautstarker Kritiker der US-Einwanderungsbehörde ICE. 2025 sagte er den gesamten US-Teil seiner Welttournee ab, aus Angst, sein Publikum könne ins Visier geraten.
Ex-Präsident Trump nannte die NFL-Entscheidung „absolut lächerlich“ und deutete unter nationaler Aufmerksamkeit an, dass ICE-Agenten beim Super Bowl anwesend sein könnten. Die NFL hält dagegen. Kommissar Roger Goodell erklärte gegenüber der „Associated Press“ am 22. Oktober 2025, die Auswahl von Bad Bunny sei „sorgfältig durchdacht“ gewesen. Die Liga betonte das Ziel, die Vielfalt ihrer Fans widerzuspiegeln – ein Punkt, der durch Bad Bunnys Status als US-Bürger aus Puerto Rico unterstrichen wird.
Während für einige Bad Bunnys Auftritt eine Feier des Multikulturalismus darstellt, ist die TPUSA-Veranstaltung für andere ein Aufruf zu traditionellen Werten. Die Halbzeit des Super Bowl LX, der um 17:30 Uhr Central Time anpfiff, wird so zu einer Bühne für den Kampf um die Deutungshoheit über amerikanische Kultur. Ob die Zuschauer den offiziellen NFL-Broadcast oder die parallele Feier von TPUSA wählen, eines ist klar: In diesem Jahr geht es beim Super Bowl um viel mehr als nur Football.