Pastor setzt 100.000 Schilling Belohnung für Hilfe beim Abnehmen aus
In einem ungewöhnlichen Schritt hat der umstrittene kenianische Prediger Victor Kanyari eine öffentliche Prämie von 100.000 Kenia-Schilling (Ksh) für jeden ausgelobt, der ihm beim Abnehmen hilft. Sein Aufruf in den sozialen Medien löste eine Mischung aus Angeboten und Spott aus.
Zwischen persönlichem Anliegen und öffentlichem Spektakel
„Ich bin bereit, 100.000 Ksh an jeden zu zahlen, der mir hilft, Gewicht zu verlieren“, erklärte Kanyari, Leiter der „Salvation Healing Ministry“, in einem viralen Post auf TikTok und Instagram. Er räumte dabei offen seine Kämpfe mit dem Gewicht ein und forderte Fitnessexperten und Ernährungsberater heraus. Sein Ziel sei es, seinen „Traumkörper“ zu erreichen.
Die Reaktionen fielen gespalten aus. Während zahlreiche Fitnesstrainer seine Kommentarspalten mit Trainingsplänen fluteten, reagierten Skeptiker mit beißendem Humor. Sie schlugen vor, er solle doch seine eigenen „Wunderkräfte“ nutzen, um die Kilos purzeln zu lassen. Konservativere Christen zeigten sich empört über die weitere Trivialisierung der Kanzel.
Dieser Vorfall fällt in eine Reihe von Online-Kontroversen, die den Pastor im Rampenlicht halten. Erst kürzlich sah er sich mit Backlash konfrontiert, weil er in seiner Kirche anzügliche Tänzer auftreten ließ und Geschenke von TikTok-Influencern zur Schau stellte. Besonders berüchtigt ist Kanyari für den „Panda Mbegu“-Skandal, bei dem es um Spenden gegen Segen ging.
Geschäft mit der Aufmerksamkeit
Beobachter deuten das Geldangebot vor diesem Hintergrund weniger als reine Gesundheitsinitiative, sondern vielmehr als weiteren geschickten Schachzug in der Aufmerksamkeitsökonomie. Indem Kanyari seine persönlichen Kämpfe – oder den Anschein davon – monetarisiert, hält er seine Marke in einem überfüllten digitalen Religionsmarkt relevant.
Ungeachtet der möglichen Publicity-Motive handelt es sich bei Kanyaris Gewichtsproblemen um ein nachvollziehbares menschliches Anliegen. Seine Herangehensweise, das Problem durch einen finanziellen Aufruf in den sozialen Medien zu lösen, verwandelt es jedoch in ein transaktionales Ereignis. Es bleibt abzuwarten, ob er einen Trainer findet oder lediglich weitere trendende Hashtags generiert. Sicher scheint, dass Pastor Kanyari nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden will – selbst wenn es 100.000 Schilling kostet, um dabei gut auszusehen.