Olivia Dean ruft zur Feier von Einwanderern bei den Grammys auf
Die britische Sängerin Olivia Dean hat bei ihrer Dankesrede zur Auszeichnung als „Best New Artist“ bei den Grammy Awards 2026 betont, wie wichtig es ist, Einwanderer zu feiern. Die 26-jährige Musikerin nutzte die Gelegenheit, ihre Herkunft zu würdigen und wies darauf hin, dass sie als Enkelin einer Einwanderin ihren Erfolg der Mutigkeit und dem Durchhaltevermögen von Immigranten verdankt. Ihre Aussage erfolgte vor dem Hintergrund einer breiten Protestwelle von Künstlern gegen die Maßnahmen des US-amerikanischen Einwanderungs- und Zollvollzugs (ICE), die in US-Städten präsent sind.
Proteste und politische Botschaften während der Grammy-Verleihung
Olivia Deans emotionaler Auftritt kam zu einem Zeitpunkt, als mehrere Künstler, darunter auch Joni Mitchell, Kehlani und Justin Vernon von Bon Iver, während der Zeremonie Pins mit den Aufschriften „Ice out“ und „Be Good“ trugen, um gegen die Politik von ICE zu protestieren. ICE-Agenten sind in mehreren US-Städten aktiv, insbesondere in Minneapolis, wo sie für ihre aggressive Vorgehensweise in der Öffentlichkeit und für zwei tödliche Schüsse in den vergangenen Wochen kritisiert wurden.
Dean, die ihre Dankesrede unter Tränen hielt, erklärte, dass ihre Herkunft als Enkelin einer Einwanderin eine zentrale Rolle in ihrer Karriere gespielt habe: „Ich bin ein Produkt von Mut, und diese Menschen verdienen es, gefeiert zu werden“, sagte sie. Sie sprach auch von ihrer engen Zusammenarbeit mit ihrer besten Freundin und Managerin Emily, mit der sie seit zehn Jahren zusammenarbeitet.
Während der Gala gab es zahlreiche musikalische Darbietungen der Nominierten, darunter die britische Sängerin Lola Young, die ihre Single „Messy“ in einer emotionalen Darbietung vortrug, und die Girlgroup Katseye. Auch Musiker wie Addison Rae, Sombr, Leon Thomas und Alex Warren sorgten für Stimmung. Das „Best New Artist“-Award wurde von der Sängerin Chappell Roan überreicht, die den Titel im Vorjahr gewonnen hatte.
Die Grammy-Verleihung 2026 war somit nicht nur ein Event zur Feier von Musik, sondern auch ein politisches Statement, das die Auswirkungen der US-amerikanischen Einwanderungspolitik thematisierte. Künstler wie Kehlani nahmen dies zum Anlass, in ihrer Rede für die Menschenrechte zu sprechen und ICE scharf zu kritisieren, indem sie einen kräftigen „F*** ICE“ ausrief.
In einer emotionalen Rede appellierte auch Karol G an die Bedeutung der lateinamerikanischen Gemeinschaft in den USA: „Unsere Gemeinschaft hier in den Vereinigten Staaten durchlebt gerade viele schwierige Zeiten, aber wir sind eine starke und besondere Stimme für die Welt“, sagte sie auf dem roten Teppich.
Die Verleihung der Grammys bot nicht nur musikalische Höhepunkte, sondern stellte auch einmal mehr die Kraft der Musik als Werkzeug für soziale Gerechtigkeit und politische Veränderung unter Beweis.