Netflix-Dramaserie „First They Killed My Father“ begeistert mit packender Darstellung der kambodschanischen Tragödie
Die emotionale Netflix-Dramaserie „First They Killed My Father“ hat weltweite Anerkennung für ihre eindrucksvolle Darstellung eines der schlimmsten Kapitel der kambodschanischen Geschichte erhalten. Die 2017 veröffentlichte Verfilmung basiert auf den Erinnerungen von Loung Ung und bietet einen erschütternden Einblick in die Gräueltaten des Khmer-Rouge-Regimes unter Pol Pot in den 1970er Jahren.
Einblick in das Leid der Opfer des Khmer-Rouge-Regimes
Die Geschichte folgt der jungen Loung Ung, gespielt von Sreymoch Sareum, die 1975 als fünfjährige Tochter eines Militärs vor den anrückenden Truppen der Roten Khmer aus der Hauptstadt Phnom Penh fliehen muss. Im Verlauf des Films wird Loung gezwungen, als Kindersoldatin für das kommunistische Regime zu kämpfen, während ihre Geschwister in Arbeitslagern landen. Der Film zeigt eindrucksvoll den menschlichen Tribut des fanatischen Ideologieeinsatzes und die Verheerungen, die durch den Bürgerkrieg ausgelöst wurden.
„First They Killed My Father“ wurde von der mehrfach ausgezeichneten Angelina Jolie inszeniert, die das Drehbuch zusammen mit Ung selbst schrieb. Der Film basiert auf Ungs Autobiografie „First They Killed My Father: A Daughter of Cambodia Remembers“, die 2007 veröffentlicht wurde. Jolie erklärte, dass sie sich schon seit ihrer Arbeit am ersten „Tomb Raider“-Film 2001 für die Geschichte interessiert habe. Das Projekt wurde zu einer persönlichen Mission, als sie die Künstlerin Ung kennenlernte und eine enge Freundschaft mit ihr aufbaute. Jolie gab zu, dass sie die Geschichte als „Liebesbrief“ an Kambodscha betrachtet, um dem Land und seinen Menschen endlich eine eigene Stimme im Film zu geben.
Die Kritiken zu „First They Killed My Father“ fallen überwältigend positiv aus. Auf Rotten Tomatoes hält der Film eine „Fresh“-Bewertung von 88 Prozent, während er auf IMDb mit 7,2 von 10 Punkten bewertet wird. Kritiker loben vor allem die außergewöhnliche Kameraführung und die herausragenden schauspielerischen Leistungen. Eine 10/10-Bewertung auf IMDb beschreibt den Film als „exquisit in der Cinematographie, mit phänomenalen Darstellungen und einer beeindruckenden Schilderung der modernen Völkermorde“. Der Rezensent fügt hinzu, dass die Bilder des Films einen bleibenden Eindruck hinterlassen und eine bleibende Erinnerung an wenig bekannte Gräueltaten darstellen.
„Worte reichen kaum aus, um die Intensität und den Schmerz zu beschreiben, den dieser Film vermittelt“, erklärte ein weiterer Kritiker, der dem Film eine 9/10-Bewertung gab. Sie bezeichneten ihn als „faszinierend“ und „zeitlos“, als „eine Erinnerung daran, dass Kinder die größten Opfer in Kriegsgebieten sind“. Ein anderer Rezensent hob hervor, wie der Film den Kampf der Kambodschaner unter dem Regime aus einer intimen Perspektive darstellt und dabei das Leid eines Einzelnen und seiner Familie in den Vordergrund stellt.
Die Dreharbeiten fanden unter schwierigen Bedingungen in Siem Reap und Battambang statt und dauerten insgesamt 50 Tage. Jolie, die während der Produktion von ihrem ältesten adoptierten Sohn Maddox begleitet wurde, erklärte, dass die Reise für ihn eine besondere Bedeutung hatte. Der aus Kambodscha stammende Maddox konnte dabei mehr über die Geschichte seines Heimatlandes erfahren und verstehen, was seine leiblichen Eltern möglicherweise durchgemacht hatten.
„Ich habe diesen Film für Kambodscha gemacht, als eine Art Dankeschön“, sagte Jolie. „Es gab noch nie eine Geschichte in diesem Maßstab, die die Menschen in ihrer eigenen Sprache erreicht und sie als Helden darstellt.“
„First They Killed My Father“ ist jetzt auf Netflix verfügbar und bietet eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit den erschütternden Auswirkungen des Khmer-Rouge-Regimes, das Millionen von Leben forderte.