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Unterhaltung

Musical über Fitzgeralds enttäuscht in Southwark Playhouse


Trivialisierung der großen Künstlerfiguren im „Beautiful Little Fool“

Das Musical „Beautiful Little Fool“ im Southwark Playhouse Borough enttäuscht mit einer schwachen und trivialisierten Darstellung des Lebens von Zelda und F. Scott Fitzgerald. Unter der Regie von Michael Greif fehlt es der Produktion an Tiefe und Originalität, und die Musicalnummern von Hannah Corneau, die in einer Woche 14 der 17 Songs schrieb, wirken uninspiriert und klischeehaft.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Scottie, der Tochter des Paares, erzählt, die das Erbe ihrer Eltern reflektiert. Auf der Bühne steht sie mit einem Hipflask in der Hand und feiert ihren 48. Geburtstag – älter als ihre beiden Eltern, die beide jung starben. Ihre Erinnerungen an ihre Eltern, die von Alkoholismus und mentaler Krankheit geprägt waren, werden als Geistererscheinungen aufgerufen, was den Eindruck von Künstlichkeit und Sentimentalität verstärkt.

Das Musical geht der Frage nach, wie Zelda Fitzgerald von der Schattenfigur ihres Mannes befreit und ihre künstlerische Leistung anerkannt werden kann, doch die Darstellung bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Die Dialoge, die in exzessivem Exclamationsstil gehalten sind, klingen künstlich und wirken eher wie platte Schablonen als ausdrucksstarke Texte. Ein Beispiel: „Du warst ein berühmter Schriftsteller!“ ruft Scottie, worauf F. Scott Fitzgerald „Verdammt, habe ich das vermasselt!“ antwortet. Diese Art von Dialogen zieht sich durch das gesamte Stück.

Die Hauptrollen werden von Amy Parker (in der Rolle von Zelda), David Hunter (F. Scott Fitzgerald) und Lauren Ward (Scottie) gespielt. Parker, die in den frühen Aufführungen als Cover für die Rolle von Corneau einspringen musste, schlüpft in eine laszive Darstellung von Zelda, die jedoch wenig emotionale Tiefe vermittelt. Hunter stellt Fitzgerald als einen schüchternen, unentschlossenen Charakter dar, dessen schauspielerische Leistung kaum über den minimalistischen Dialog hinauskommt. Ward bringt eine kraftvolle Stimme in ihre Rolle als Scottie ein, obwohl ihr Gesang gelegentlich ungenau wirkt.

Die Musik, ein Mix aus Pop-Rock-Nummern, scheitert daran, die dramatischen Themen der Fitzgeralds zu untermalen. Songs wie „Beautiful Little Fool“ und „The Lost Generation“ wiederholen einfach nur die Titel der Lieder und fügen wenig zur emotionalen Tiefe bei. Der Text bleibt durchweg oberflächlich und fügt den komplexen Figuren der Fitzgeralds wenig Gerechtigkeit zu. Während die Band solide arbeitet, wird der Show insgesamt jegliche Originalität genommen.

Das Stück, das noch bis zum 28. Februar im Southwark Playhouse zu sehen ist, stellt die Frage, ob der Bedarf an einem Musical über die Fitzgeralds wirklich bestand und warum gerade dieses Werk auf die Bühne gebracht wurde. Trotz der prominente Beteiligung von Regisseur Michael Greif und Komponistin/Autorin Hannah Corneau bleibt die Produktion weit hinter den Erwartungen zurück und hinterlässt einen faden, uninspirierten Eindruck.

Weitere Informationen zum Stück sind auf der Webseite des Southwark Playhouse verfügbar: southwarkplayhouse.co.uk.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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