Memmingen: Memmingen feiert “Emmas Glück” Premiere: Bittersüße Liebe auf dem Parkdeck

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Memmingen: Memmingen feiert “Emmas Glück” Premiere: Bittersüße Liebe auf dem Parkdeck

Das Landestheater führt “Emmas Glück” hoch über den Dächern der Stadt in einem Freilichttheater mit Witz und Leichtigkeit auf.

Memminger Premiere von “Emmas Glück”: Bittersüße Liebe auf dem Parkdeck

Sterben wie ein Schwein ist nicht unbedingt ein schlechter Tod: Das mag zunächst abstoßend klingen, ist aber eine Erkenntnis aus der neuen Produktion des Landestheaters Schwaben. Mit “Emmas Glück” feiert es den Sommer und die Rückkehr nach dem Corona-Blick. Regisseurin Ingrid Gündisch setzt diese melancholische Liebesgeschichte nach dem Roman von Claudia Schreiber mit Witz und Leichtfüßigkeit in einer luftigen Räumlichkeit um. Schauplatz ist die oberste Etage eines Parkhauses, das über den Dächern der Stadt liegt.

Emma ist abgeschnitten vom Rest der Welt.

Die Geschichte von Emma (Elisabeth Hütter) und Max wird dem Zuschauer (Jens Schnarre) erzählt. Emma lebt allein auf ihrem Hof, abgeschnitten vom Rest der Welt. Sie hat eine unverbrüchliche Bindung zu ihren Schweinen, die sie auch dann noch aufrechterhält, wenn sie geschlachtet werden. All das ist jedoch durch eine Zwangsversteigerung in Gefahr. Max, ein Autoverkäufer, wird ebenfalls mit dem Begriff der Endgültigkeit konfrontiert. Eine verhängnisvolle ärztliche Diagnose wirft den peniblen Großstädter aus der Bahn, und er landet zufällig auf Emmas Farm, als er sich mit einem gestohlenen Auto und Geld aus seinem bisherigen Leben verabschiedet. Während sich die Charaktere kennen lernen, verwandelt sich die enorme Länge des Parkdecks in eine ländliche Umgebung mit Scheunen-, Haus- und Stallarchitektur und Parkbuchten. Dank der schauspielerischen Leistung von Elisabeth Hütter und Jens Schnarre funktioniert das vor allem ohne Theaterkulisse.

Nicht nur deshalb schwenken die Köpfe der Zuschauer wie bei einem Tennismatch hin und her, wenn sich die gegnerischen Figuren begegnen und annähern. Das Kernelement der Inszenierung sind die rasanten Übergänge, die dem Zuschauer eine hohe Aufmerksamkeit abverlangen, um im Hin und Her der Akteure nichts zu verpassen. Schnarre und Hütter sprechen nicht nur als Max und Emma, sondern auch als der Erzähler. Dass dabei immer wieder die Gesichtsregungen, die Körpersprache und der Tonfall der jeweiligen Figur durchscheinen, schafft liebenswerte Effekte.

Landestheater Schwaben: “Emmas Glück” zeichnet sich durch skurrile und liebenswerte Charaktere aus.

Gündischs Entscheidung, den Stoff zu adaptieren und nicht auf eine fertige dramatische Version zurückzugreifen, zahlt sich aus. So versieht sie die Inszenierung mit geistreichen Einsichten und sprachlichem Witz auf der Erzähler-Ebene. Dazu kommt die geschickte Darstellung der exzentrischen, liebenswerten Charaktere durch die Autorin – und schon hat man einen Gewinner. Dies ist eine komprimierte Version der Informationen. Lesen Sie eine andere Nachricht weiter.

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