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Unterhaltung

Luc Bessons „Dracula“: Ein Vampirfilm, der das Herz über den Schrecken stellt

Am 6. Februar 2026 kommt mit Luc Bessons neuer Interpretation von „Dracula“ eine ungewöhnliche Version des berühmten Vampirs in die Kinos. Der Film folgt auf Robert Eggers‘ oscarnominierten „Nosferatu“, setzt aber einen völlig anderen Akzent: Statt auf Horror konzentriert sich der französische Regisseur auf eine epische Liebesgeschichte.

In der Hauptrolle verkörpert Caleb Landry Jones einen Dracula, der weniger als blutrünstiger Jäger, sondern primär als untröstlicher Romantiker gezeichnet ist. Der Film beginnt im 15. Jahrhundert, wo Prinz Vlad (Jones) seine große Liebe Elisabeta (Zoë Bleu) heiratet. Nach deren Tod durch osmanische Invasoren verwünscht Vlad Gott – ein Schwur, der besiegelt wird, als ihm ein Priesterkreuz durchs Herz getrieben wird und ihn so zum unsterblichen Vampir macht. Fortan wandert er vier Jahrhunderte lang auf der Suche nach der Reinkarnation seiner Geliebten.

Eine Liebesgeschichte mit eigenwilligen Mitteln

Die Handlung folgt dabei deutlich der romantischen Linie von Francis Ford Coppolas Verfilmung aus dem Jahr 1992. Besson übernimmt sogar das markante Aussehen von Gary Oldmans Dracula: weißes, blasenartig frisiertes Haar, gealterte Haut und einen eleganten schwarzen Anzug mit Zylinder. Eine eigenwillige Neuerung ist der Ersatz von Draculas Gedankenkontrolle durch ein speziell von ihm hergestelltes Parfüm, das Frauen in seinen Bann zieht.

Als Dracula schließlich in Mina, der Pariser Verlobten eines Maklers, Elisabeta wiederzuerkennen glaubt, verweigert er sich jedoch diesem Zauber. Stattdessen reist er nach Paris, um sie auf herkömmliche Art für sich zu gewinnen. Auf diesem Weg stählt er seine Jugend, indem er ein Nonnenkloster heimsucht, und engagiert eine frühere Handlangerin (Matilda De Angelis), um Minas Verführung zu orchestrieren. Der Plan geht auf.

Christoph Waltz spielt einen Vatikanpriester, der mit der Jagd auf den Vampir beauftragt ist und als eine Art Erzähler durch die Handlung führt. Kritiker von „USA Today“ merken an, dass die Verfolgungsjagd eher lasch wirke und billig wirkende CGI-Gargoylen von der Atmosphäre ablenken.

Schauspielerische Eigenheiten und ungewöhnliche Vorbereitung

Getragen wird der Film von seinen Darstellern. Regisseur Besson sagte über seinen Hauptdarsteller: „Caleb kann keinen normalen Typen spielen – wie einen Arzt in einer Kleinstadt. Dieser Mann ist ein Ferrari.“ Jones, der bereits in Bessons Thriller „Dogman“ (2023) mitwirkte, liefert eine fragile und rätselhafte Performance.

Zoë Bleu, die sowohl Elisabeta als auch Mina verkörpert, verriet in einem Interview mit „MySA“ eine ungewöhnliche Vorbereitungsmethode. Sie und Jones bereiteten sich mit einer Mischung aus Tanz und Musik vor, teilweise sogar ohne Begleitung. „Die Musik ist wirklich schön und hat einen Schutzzaun um diesen gesamten Film gezaubert. Ich hörte Musik, jedes Mal wenn ich Caleb ansah“, so Bleu. Jones ergänzte: „Die Tanzstunden waren ohne Musik. Nicht die normalen Tanzstunden, wie ich sie im Ballett mit acht Jahren hatte.“ Die Filmmusik steuerte Danny Elfman bei.

Trotz einiger campiger und effektreicher Sequenzen überzeugt der Film laut „USA Today“ durch seine aufrichtige Darstellung einer Liebe, die den Tod überdauert. Bessons „Dracula“ mag nicht der gruseligste Vampirfilm sein, bietet aber eine erfrischende, wenn auch eigenwillige, Neuinterpretation des klassischen Monsters als ewigen Romantiker.

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Christoph Alexander Breyer

Christoph Alexander Breuer ist Redakteur und Analyst mit Schwerpunkt auf Sport und Finanzmärkte. Er berichtet über wirtschaftliche Hintergründe im Profisport, Unternehmensentwicklungen und Markttrends und ordnet komplexe Zusammenhänge verständlich für die Leser ein.

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