Literatur: Die menschliche Tragödie hinter Marilyn Monroes Mythos

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Literatur: Die menschliche Tragödie hinter Marilyn Monroes Mythos

Marilyn Monroes Mutter, Norma Jeane Baker, wurde vor 95 Jahren geboren. Joyce Carol Oates berichtet in ihrem Buch “Blonde” über dieses ungewöhnliche Leben.

Die persönliche Tragödie hinter Marilyn Monroes Mythos

Ja, auch auf die berühmtesten Rätsel gibt es Antworten: Hatte sie eine Affäre mit John F. Kennedy, dem sie wenige Wochen vor ihrem Tod, wie immer in ein hautenges Paillettenkleid ohne Höschen eingenäht, ein Ständchen “Happy Birthday, Mr. President” sang? War dieser Tod im Jahr 1962, im Alter von 36 Jahren, eher eine Vertuschung durch die C.I.A. als eine absichtliche oder versehentliche Überdosis? Aber sind das die Fakten, die Joyce Carol Oates in ihrem Buch über Norma Jeane Baker alias Marilyn Monroe berichtet? Wobei zu Beginn von “Blond” gesagt wird, dass es sich um ein Buch und nicht um eine Biografie handelt?

In der Tat macht das keinen Unterschied. Denn Joyce Carol Oates, die unfassbare 82-jährige New Yorkerin mit einem gewaltigen Oeuvre von allein 59 Romanen, spürt der Wahrheit in einem wesentlicheren Sinn nach. Und die trägt ein tausendseitiges Buch mit auch eher kleiner Schrift, ein echtes modernes Epos, in das man nicht einmal vom Mythos Marilyn besessen sein muss, um hineingezogen zu werden.

Joyce Carol Oates’ Roman “Blond” handelt von einer Frau, die die Wahrheit hinter den Fakten wissen will.

Da ist zum einen das Gefühl der Ehrfurcht vor einer Meisterschaft. Reinhold Messner schrieb die vielleicht schönste Laudatio auf die Macht der Literatur, als er mit Christoph Ransmayrs Buch “Der fliegende Berg” konfrontiert wurde und verblüfft feststellte, dass dieser Autor mit seiner Kunst aus der Ferne die existenzielle Erfahrung auf den Gipfeln mit einer Wahrhaftigkeit eingefangen hatte, die er, der selbst oft dort gewesen war, nie hatte erreichen können. In diesem Sinne kommt Joyce Carol Oates, die sicherlich alles über Norma Jeanes Leben recherchiert hat, um es dann beiseite zu legen und die Wahrheit dahinter zu finden – chronologisch, in ständigen Stil- und Perspektivwechseln – der größten aller Antworten am nächsten: wie es sich angefühlt haben mag, diese eine Person zu sein, die am 1. Juni 1926 geboren wurde.

Beginnend mit einer gefährlichen Erziehung, bei der die Mutter dem Kind zunehmend schadet… Dies ist eine gekürzte Version der Informationen. Lesen Sie eine andere Nachricht weiter.

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