Leipziger Buchpreis: Geht das deutsch-deutsche Leben zu Ende?

0

Leipziger Buchpreis: Geht das deutsch-deutsche Leben zu Ende?

Helga Schubert hatte sich bereits aus der Literatur zurückgezogen, als sie von der DDR in die BRD erzählte. Im Alter von 80 Jahren wurde sie mit dem Bachmann-Preis ausgezeichnet. Es ist möglich, dass die nächste Ehrung folgen wird.

Gibt es ein Happy End im deutsch-deutschen Leben?

Wenn man ein Leben aus der Ferne betrachtet, wird es offensichtlich – hier sind die großen Linien, da ist eine Lücke. Doch je mehr man es untersucht, desto mehr verzweigt es sich, und die einfache Struktur geht verloren… “Nichts ist so klar, wie ich es beim Schreiben oder zumindest beim Lesen erlebe”, schreibt Helga Schubert, 81, in ihrem Buch “Vom Aufstehen”, in dem sie ihr eigenes Leben genau unter die Lupe nimmt, es in 29 Geschichten komprimiert, verrückte Wendungen malt und bis ins kleinste Detail streicht.

Für die Geschichte, die den Titel des Buches inspirierte, erhielt Helga Schubert im vergangenen Jahr den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt. Der DDR-Schriftstellerverband verbot ihr 40 Jahre nach ihrer ersten Einladung, nach Österreich zu reisen. Das ist also eine andere Geschichte, die fast märchenhaft ist. Die nächste Auszeichnung könnte am Freitag verkündet werden, wenn der Leipziger Buchpreis verliehen wird.

In der Kategorie Belletristik sind vier Frauen und ein Mann nominiert. Es handelt sich um vier Bücher und einen Gedichtband. Drei davon sind bereits zu Bestsellern geworden, darunter Schuberts Kurzgeschichtensammlung. Alle Nominierten sind über 50 und haben viel Erfahrung, wobei Friederike Mayrcker mit 96 Jahren die älteste ist.

Alle sind sich einig, dass Helga Schuberts Roman die Anerkennung verdient hat.

Warum beschäftigen Sie sich mit den Zahlen und der Verteilung? Weil er häufig Ziel der Kritik ist. Wie viele Frauen, wie viele Männer, welches Alter, welche Herkunft, welche Themen … In diesem Jahr haben Schriftsteller und Germanisten, vor allem aus dem englischsprachigen Raum, in einem offenen Brief kritisiert, dass in keiner Kategorie schwarze Autoren unter den Nominierten waren. Das sei, gelinde gesagt, “problematisch”, schrieben sie in dem sehr freundlichen Brief. Und wie immer gibt es tatsächlich Romane und Themen, die man vermissen kann: Zum Beispiel Mithu Sanyals “Identitti”, eines der vieldiskutierten Bücher des Frühjahrs. Doch wer oder welches Buch soll gestrichen werden? Auch die Unterzeichner des Briefes sind sich einig, dass alle Nominierten und ihre Bücher des Preises würdig sind: Christian Kracht mit “Eurotrash”,… Dies ist eine kurze Zusammenfassung. Lesen Sie eine weitere Nachricht.

Share.

Leave A Reply