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Unterhaltung

Kontroverse um Sydney Sweeneys Aktion am Hollywood Sign: Öffentlichkeitskampagne oder rechtliches Risiko?

In den frühen Morgenstunden des 26. Januar 2026 erwachte Los Angeles zu einem unerwarteten und zugleich auffälligen Anblick: Das berühmte Hollywood Sign war mit lacy Bra-Girlanden behängt. Hinter dieser ungewöhnlichen Aktion steckt keine geringere Person als Sydney Sweeney, die 28-jährige Schauspielerin aus „Euphoria“ und „Anyone But You“. Doch es war nicht nur eine provokante Rebellion – die Inszenierung war ein kühner Werbegag zur Markteinführung ihrer neuen Lingeriemarke Syrn.

Öffentlichkeitswirksame Aktion oder juristisches Problem?

Wie KABC berichtete, kletterten Sweeney und ihre Entourage – darunter auch ihr Hund Sully – im Schutz der Dunkelheit den Hügel unter dem Hollywood Sign hinauf, bewaffnet mit Duffelbags voller Lingerie. Kameras filmten, wie sie und ihre Freunde BHs miteinander verbanden, um improvisierte Girlanden zu schaffen und diese über die massiven weißen Buchstaben zu legen. Das gesamte Spektakel wurde auf Video aufgenommen, das zunächst von TMZ veröffentlicht und später von Sweeney selbst auf Instagram geteilt wurde. In dem inzwischen viralen Clip scherzt sie: „Ich werde dabei erwischt, oder?“ – eine Bemerkung, die im Nachhinein fast prophetisch erscheint.

Der Coup mag viel Aufmerksamkeit erregt haben, doch Sweeney landete damit in einem rechtlichen Graubereich. Die Hollywood Chamber of Commerce, die die Rechte an dem Bild des berühmten Symbols besitzt, reagierte schnell. In einer Stellungnahme gegenüber TMZ machte der Präsident der Kammer, Steve Nissen, klar: „Die Produktion mit Sydney Sweeney am Hollywood Sign, wie von TMZ berichtet, war nicht von der Hollywood Chamber of Commerce genehmigt und wir hatten auch keine Kenntnis darüber. Jeder, der das Hollywood Sign für kommerzielle Zwecke nutzen möchte, muss eine Lizenz oder Erlaubnis von der Kammer einholen.“ Die Kammer stellte weiter fest, dass Sweeney weder eine Lizenz beantragt noch eine Erlaubnis erhalten hatte.

Obwohl die Polizei von Los Angeles laut KABC noch keinen Bericht zu dem Vorfall eingereicht hatte, deutete die Kammer an, dass sie untersuche, „wie und mit welcher Autorität (falls überhaupt) die Produktion auf das Gelände zugriff“. Es wird berichtet, dass Sweeney und ihr Team die BHs nach dem Shooting entfernt haben.

Der Start ihrer Marke Syrn könnte jedoch auch anders erklärt werden. In einem exklusiven Gespräch mit Cosmopolitan erklärte Sweeney, dass die Idee für Syrn aus einer persönlichen Erfahrung stamme: „Ich war in der sechsten Klasse mit DDs und hasste den BH, den ich tragen musste“, sagte sie. „Als ich meinen ersten BH fand, der wirklich passte, trug ich ihn bis er auseinander fiel. Das Design für verschiedene Körpergrößen ist ein zentraler Bestandteil von SYRN.“

Syrn (ausgesprochen „sye-rin“) ist Sweeneys Antwort auf das Problem unbequemer und schlecht sitzender Lingerie. Die Marke bietet 44 Größen, die von 30B bis 42DDD reichen, wobei die meisten Modelle unter 100 Dollar kosten. Die erste Kollektion, die den Namen „Seductress“ trägt, wird am 28. Januar 2026 um 9 Uhr PST gelauncht, mit einem exklusiven Vorabzugang für Käufer, die eine Stunde früher einkaufen können. Sweeney ist dabei die alleinige Gründerin von Syrn und übernimmt alle Aufgaben von der Produktentwicklung bis zur kreativen Leitung – eine Seltenheit bei Marken, die von Prominenten unterstützt werden.

Doch Syrn geht über BHs hinaus. „Ich wollte eine Welt und ein Gefühl erschaffen“, erklärte Sweeney gegenüber Elle. „Ich wollte eine Lingeriemarke entwickeln, die Frauen versteht, statt über sie zu sprechen. Syrn steht für Vertrauen ohne Druck – sexy, kraftvoll, sanft, verspielt oder alles zusammen, je nach Tag.“ Der Launch der Kollektion „Seductress“ ist daher laut Sweeney ein mutiger Schritt, der Frauen dazu ermutigen soll, „ihre Kraft und ihren Wunsch nach eigenen Vorstellungen zu leben“. Weitere Kollektionen – „Comfy“, „Playful“ und „Romantic“ – sollen in den kommenden Monaten folgen und verschiedene Facetten der modernen Weiblichkeit widerspiegeln.

Was Syrn von anderen Marken unterscheidet, ist Sweeneys Detailgenauigkeit und ihr Ansatz, dass „Brüste und Körper wie Fingerabdrücke sind; jeder ist anders, und das wollte ich in meinem Design berücksichtigen“. Ziel der Marke ist es, die unangenehmen Träger und das Einschneiden von Bändern zu vermeiden, die viele Frauen ertragen müssen. Stattdessen will Sweeney Lingerie anbieten, die sich „wie eine zweite Haut anfühlt“. In einer überfüllten Branche, in der Prominente wie Rihanna, Selena Gomez, Beyoncé und Lady Gaga ihre eigenen Marken gegründet haben, hebt sich Syrn durch Sweeneys praktische und inklusive Herangehensweise hervor.

Trotz des Skandals um die Hollywood Sign-Aktion hat der Werbeauftritt seine Wirkung nicht verfehlt. Die Kammer untersucht weiterhin, ob juristische Schritte erforderlich sind, aber für Sweeney und ihre Anhänger zählt vor allem der bevorstehende Launch der Marke. Sweeneys gewagter Schritt hat nicht nur Aufmerksamkeit erregt, sondern auch die Neugier auf Syrn geweckt – eine Marke, die nun in der Welt der Lingerie ihren Platz behaupten will.

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Christoph Alexander Breyer

Christoph Alexander Breuer ist Redakteur und Analyst mit Schwerpunkt auf Sport und Finanzmärkte. Er berichtet über wirtschaftliche Hintergründe im Profisport, Unternehmensentwicklungen und Markttrends und ordnet komplexe Zusammenhänge verständlich für die Leser ein.

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