“Ich bin heute mehr Anarchist als je zuvor”, sagt Konstantin Wecker im Interview.

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“Ich bin heute mehr Anarchist als je zuvor”, sagt Konstantin Wecker im Interview.

Exklusiv Obwohl er ein neues Buch und ein Album herausgebracht hat, diskutiert Konstantin Wecker ruhig im Alter. Trotzdem ärgert er sich über Querdenker, Europa und die Grünen.

“Ich bin heute mehr Anarchist als je zuvor”, sagt Konstantin Wecker.

Schön, dass Sie Zeit für ein Gespräch haben, Herr Wecker.

Wecker, Konstantin: Ja, gerne – obwohl ich nicht mehr so viele Termine habe wie früher. Ich bin gerade mit meiner Frau in Italien, und es werden ständig neue Auftrittsverschiebungen bekannt gegeben. Die vergessen wohl mein Alter und die Tatsache, dass man nicht mehr langfristig planen sollte (lacht). Ich vermisse es, auf der Bühne zu stehen, mit der Band zu interagieren und vor einem Publikum zu stehen. Ich glaube, ich vermisse es auch ganz allgemein. In einem Brief an mich schrieb ein Typ, dass er sich entschieden hatte, Gott einen anständigen Mann sein zu lassen, aber nachdem er meine Show gesehen hatte, entschied er sich, aktiv zu bleiben.

Sie bereiten gerade ein Buch mit dem Titel “Ein Plädoyer für Kunst und Kultur” vor, und Sie müssen während der Corona-Krise unzufrieden mit dem Stellenwert von Kunst und Kultur gewesen sein.

Wecker: Kunst und Kultur haben seit letztem Herbst den gleichen Stellenwert wie Fitness- und Kegelclub: Sie sind Freizeitaktivitäten, auf die man verzichten kann. Kunst und Kultur hingegen haben die Menschheit immer vor dem Schlimmsten bewahrt. Denn in ihnen lebt die Sehnsucht nach einer besseren Welt, einer herrschaftsfreien Welt. Auch wenn ich als junger Mensch zum Beispiel Dostojewski gelesen habe, bin ich immer für eine gewisse Zeit ein besserer Mensch geworden. Leider hat das nicht allzu lange gehalten (lacht), aber immerhin … Die Kultur kann uns immer wieder daran erinnern, was es eigentlich bedeutet, ein Mensch zu sein, nämlich: Wir wollen miteinander leben, liebevoll, wir können auch gerne und gut streiten, aber wir brauchen niemanden, der uns beherrscht. Dass es uns daran erinnert, wäre in einer Zeit der Krise umso wichtiger zu bewahren.

Konstantin Wecker sagt Ja zum Ungehorsam! Aber anders als die Querdenker

Der Titel des Buches lautet “Poesie und Widerstand in stürmischen Zeiten”. Kurz vor… Dies ist eine kurze Zusammenfassung. Lesen Sie eine weitere Nachricht.

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