Grammy-Awards: Mutige Mode setzt Akzente für das Jahr 2026
Der rote Teppich der Grammy Awards dient stets als Labor für die kühnsten Modetrends. Die diesjährige Gala setzte erneut auf spektakuläre, körperbetonte Silhouetten, opulente Texturen und historische Referenzen. Während einige Looks für Aufsehen sorgten, zeichneten sich klare Richtungen für die kommende Saison ab.
Betonung des Körpers und opulente Materialien
Am auffälligsten war der Trend zu extrem körperbetonter oder „barely-there“-Kleidung. Sängerin Chappell Roan trug ein archivarisches Thierry Mugler-Kleid von 1998, das an prothetischen Brustwarzenringen befestigt war und mit Ganzkörper-Tätowierungen kombiniert wurde. Teyana Taylor zeigte ein Tom Ford-Kleid mit ausgeschnittenen Partien, und Heidi Klum trug ein enganliegendes Latexkleid. Dieser Stil stellt eine provokativere Weiterentwicklung ähnlicher Tendenzen aus dem Vorjahr dar.
Daneben dominierten opulente, texturierte Materialien. Olivia Dean trug ein maßgeschneidertes Chanel-Kleid mit gefiederter Taille. Kesha erschien in einem üppigen, zotteligen Kleid, das sie barfuß trug, und Lady Gaga trug auf dem roten Teppich ein federbesetztes, „Black Swan“-haftes Kleid von Matières Fécales.
Ein weiteres Schlüsselelement war der Cape-Einsatz, der als dramatisches Stilmittel diente. Sabrina Carpenter kombinierte ihr Valentino-Outfit mit einem kleinen Cape, während Chappell Roan ihr Auftrittskleid unter einem großen burgunderroten Cape verbarg, das sie spektakulär ablegte.
Historische Zitate und romantische Einflüsse
Romantische, märchenhafte Einflüsse waren ebenfalls präsent, was teilweise auf das bevorstehende Filmprojekt „Wuthering Heights“ von Emerald Fennell zurückgeführt werden kann. FKA Twigs trug ein fantasievolles maßgeschneidertes Kleid von Paolo Carzano. Lady Gagas strenges, ultra-viktorianisches Schwarz-Outfit von Sarah Burton und Chappell Roans geisterhaft graues Rodarte-Abendkleid passten in diese Kategorie.
Der Rückgriff auf archivarische Stücke von großen Modehäusern hat sich auf dem roten Teppich etabliert. PinkPantheress ehrte die verstorbene Designerin Vivienne Westwood mit einem Kleid im Union Jack-Design. Doechii trug ein voluminöses Couture-Stück von Roberto Cavalli. Der Höhepunkt war Lady Gagas Performance-Outfit, das direkt aus der Herbst/Winter-2009-Kollektion von Alexander McQueen stammte und einen massiven, skulpturalen Hut beinhaltete.
Insgesamt markierten die Grammy-Looks einen klaren Kurs: 2026 wird das Jahr der mutigen Silhouetten, der taktilen Materialien wie Federn und der historischen Verweise. Die Straßenmode mit ihren Shearling-Mänteln findet damit eine glamouröse und übertriebene Entsprechung auf dem roten Teppich.