Gianfranco Rosis „Pompei“-Dokumentation kommt im März in US-Kinos
Der Name Pompei ist untrennbar mit der verheerenden Eruption des Vesuvs verbunden, die im Jahr 79 n. Chr. die antike Stadt und ihre Umgebung zerstörte. Doch in seinem neuesten Werk, *Pompei: Below the Clouds*, lenkt der italienische Regisseur Gianfranco Rosi den Blick nicht nur auf die Geschichte dieser Katastrophe, sondern auf das tägliche Leben der Menschen, die auch heute noch im Schatten des Vulkans leben. Die Dokumentation feiert ihre Premiere im März 2026 sowohl in US-Kinos als auch auf der MUBI-Streaming-Plattform.
Ein Leben im Schatten des Vesuvs
Rosis Film hebt sich von traditionellen Katastrophendokumentationen ab, indem er die unsichtbare Bedrohung durch den Vesuv und den Alltag der Bewohner auf poetische und eindrucksvolle Weise miteinander verwebt. In atemberaubendem Schwarzweiß und mit seinem immersiven Ansatz fängt Rosi die Anspannung und Resilienz der süditalienischen Gemeinschaft ein, die täglich mit der ständigen Gefahr eines Ausbruchs lebt.
Die Premiere des Films fand 2025 beim 82. Internationalen Filmfestival von Venedig statt, wo er mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde. Seitdem wurde *Pompei: Below the Clouds* auf renommierten Festivals weltweit gezeigt, darunter das New York Film Festival, das BFI London Film Festival und das Internationale Filmfestival in São Paulo. Der Erfolg der Dokumentation belegt den universellen Charakter der behandelten Themen und die einzigartige Erzählweise Rosis.
In den USA wird der Film erstmals am 6. März 2026 im IFC Center und im Walter Reade Theater in New York zu sehen sein. Eine Woche später folgt die Veröffentlichung in Los Angeles und Chicago, bevor er am 27. März 2026 auf MUBI weltweit gestreamt wird. Zu den Ländern, in denen der Film verfügbar sein wird, gehören unter anderem Nordamerika, Lateinamerika, Großbritannien, Irland und Deutschland, gefolgt von Australien, Indien und Neuseeland.
Rosis‘ filmischer Stil, der auf improvisierten Begegnungen und einem offenen Ansatz basiert, ist einer der Schlüssel zu seiner einzigartigen Erzählweise. Der Regisseur, der für seine Werke *Feuer im Meer* (Oscar-nominiert) und *Sacro GRA* (Goldener Löwe in Venedig) bekannt ist, vermeidet herkömmliche Drehbücher. Stattdessen lässt er sich von den Menschen und der Umgebung vor Ort leiten. In einem Interview erklärte er: „Ich schreibe keine Drehbücher, sondern nur ein paar Seiten mit Ideen. Ich möchte den Film in völliger Offenheit beginnen und die Realität kommen lassen.“
Über einen Zeitraum von drei Jahren lebte Rosi in den Gemeinden rund um Neapel und den Vesuv, wo er den Alltag und die ständige Bedrohung durch Naturkatastrophen dokumentierte. In seinem Film zeigt er Szenen aus dem täglichen Leben: Archäologen, die jahrhundertealte Asche freilegen, Kinder, die unterirdische Vibrationen spüren, und Feuerwehrleute, die bei Erdbeben-Alarm beruhigend eingreifen. Eine Frau ruft sogar die Feuerwehr an und sagt ruhig: „Ich kochte gerade einen schönen Ragù“, als die Erde bebte.
Die Dokumentation stellt nicht nur die gegenwärtigen Herausforderungen dar, sondern auch die faszinierende Balance zwischen der antiken Vergangenheit und der modernen Welt, die dieses Gebiet prägt. In den Worten des Films: „Unter den Wolken liegt ein Land, durchzogen von Einheimischen, Touristen und Archäologen, die die Vergangenheit entdecken und die Geschichten lebendig machen, die in den Ruinen verborgen liegen.“ Ein eindrucksvolles Porträt eines Lebens, das trotz der ständigen Gefahr von Katastrophen weitergeht.
Die Musik des Films stammt vom Oscar-Gewinner Daniel Blumberg, und die Produktion wurde von Gianfranco Rosi und Donatella Palermo zusammen mit 21Uno Film srl und Rai Cinema realisiert. *Pompei: Below the Clouds* ist Rosis‘ erste Schwarzweiß-Dokumentation seit über 30 Jahren, was dem Film eine zeitlose Qualität verleiht.
Auch wenn die stille Bedrohung des Vesuvs stets im Hintergrund lauert, bietet der Film einen tiefen Einblick in das Leben der Bewohner, die gelernt haben, unter diesen extremen Umständen zu leben, zu lieben und zu arbeiten. Es ist eine Geschichte über Resilienz und den fortwährenden Kreislauf von Leben und Zerstörung.