Der Architekt Gottfried Böhm, der wie ein Bildhauer baute, ist gestorben.

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Der Architekt Gottfried Böhm, der wie ein Bildhauer baute, ist gestorben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg revolutionierte seine Betonbauweise den Kirchenbau in Deutschland. Der Pritzker-Preisträger ist im Alter einer biblischen Figur verstorben.

Der Architekt Gottfried Böhm, der wie ein Bildhauer baute, ist gestorben.

Würde Gottfried Böhm jetzt seine Architektenkarriere starten, würde er sicher andere Prioritäten setzen als nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und in den Jahren des Wiederaufbaus. Als die Gotteshäuser zerstört waren und wieder aufgebaut werden mussten und die beiden großen christlichen Kirchen keine Angst vor sinkenden Besucherzahlen haben mussten, weil sie immer noch gut besucht waren, wurden nach Gottfried Böhms Ideen mehr als 70 Sakralbauten errichtet. Aus heutiger Sicht würde Gottfried Böhm wohl eher Firmenbüros oder Kulturbauten errichten.

Dass sakrale Bauten Gegenstand seiner Arbeit waren, hatte auch einen familiären Bezug. Gottfried Böhm wurde 1920 in Köln geboren, als Sohn des Kölner Architekten Dominikus Böhm, der aus dem schwäbischen Jettingen stammte. Schon sein Vater hatte sich als Spezialist für den Kirchenbau etabliert, insbesondere für die Instandsetzung zerstörter Sakralbauten, was er unter anderem in Augsburg (St. Moritz, St. Max) tat. Die Befürchtung des Sohnes Gottfried, seinem Vater im Architektenberuf nicht das Wasser reichen zu können, war also nicht ganz unbegründet, weshalb er sich zunächst in der Bildhauerei versuchte. Da der Vater ihn aber schon früh in die Aktivitäten seines Unternehmens einbezogen hatte, setzte sich bei Gottfried schließlich die Architektur durch. Es entstanden mehrere Entwürfe in Partnerschaft, und nach dem Tod des Vaters 1955 übernahm Gottfried die alleinige Verantwortung für das Kölner Büro.

Beton war das bevorzugte Material von Gottfried Böhm.

Mit der Verwendung des Baustoffs Beton, insbesondere im Kirchenbau, wurde der Architekt zum Pionier. Das häufig naturbelassene Material – nicht nur außen, sondern auch im Inneren des Bauwerks – wirkte nicht nur auffallend kahl, sondern lenkte auch die Aufmerksamkeit auf wichtigere Details. Noch auffälliger waren die skulpturalen Formen, die Gottfried Böhm seinen Kirchen gab: kubische Konstruktionen, die wie Kristalle oder zerklüftete Felsen aus dem Boden ragen, vorzugsweise über unebenen Grundrissen errichtet.

Die Wallfahrtskirche Maria, Königin des Friedens in Velbert-Neviges bei Wuppertal ist in dieser Hinsicht ein Meisterwerk. Ein sakrales Bauwerk, das wie ein… Dies ist eine gekürzte Version der Information. Lesen Sie eine andere Nachricht weiter.

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