Comedy-Ikone Catherine O’Hara stirbt im Alter von 71 Jahren in Los Angeles
Die kanadische Schauspielerin, Autorin und Komikerin Catherine O’Hara, bekannt für ihre langjährige Karriere in Film und Fernsehen, ist am 30. Januar 2026 im Alter von 71 Jahren in ihrem Zuhause in Los Angeles verstorben. Die Nachricht wurde von ihrer Agentur, der Creative Artists Agency, bestätigt und von mehreren Medien, darunter Page Six und Rolling Stone, berichtet. Laut der Feuerwehr von Los Angeles erreichten Notfallhelfer ihre Wohnung um 4:48 Uhr morgens, bevor sie sie in einem schweren Zustand ins Krankenhaus transportierten. Die genaue Todesursache wurde noch nicht bekannt gegeben, jedoch litt O’Hara an einer seltenen Erkrankung namens Dextrokardie mit Situs Inversus, einer Anomalie, bei der die inneren Organe spiegelbildlich angeordnet sind, wie die Cleveland Clinic erklärte.
Vielseitige Karriere und bleibender Einfluss
O’Hara hinterlässt ihren Ehemann Bo Welch, einen Produktionsdesigner, mit dem sie seit 33 Jahren verheiratet war, sowie ihre beiden Söhne, Matthew und Luke. Geboren am 4. März 1954 in Toronto als eines von sieben Kindern, wuchs sie in einer Familie auf, in der Humor eine zentrale Rolle spielte. In einem Interview mit „The New Yorker“ 2019 erklärte O’Hara, dass Witze von ihrem Vater erzählt wurden, während ihre Mutter Geschichten nachahmte. Sie erinnerte sich: „Humor war bei uns zu Hause sehr wichtig. Ich denke, jeder wird mit Humor geboren, aber das Leben kann es einem leider auch wieder nehmen – oder man hat das Glück, in einer solchen Umgebung aufzuwachsen.“
Nach ihrem Schulabschluss 1973 begann sie ihre Karriere in Torontos berühmtem Second City Improv-Theater, zunächst als Kellnerin. „Als ich die Second City Show sah, dachte ich mir: ‚Oh mein Gott, das ist es, was ich tun will. Das ist meine Bestimmung. Bitte lasst mich mitmachen‘“, erinnerte sie sich 2008 in einem Interview mit „Playback“. Ihr Durchbruch kam, als sie Gilda Radner’s Vertretung wurde und nach Radners Wechsel zu „Saturday Night Live“ fest ins Ensemble aufgenommen wurde. Ihre Zeit bei Second City festigte lebenslange kreative Bindungen zu Komikern wie Eugene Levy, John Candy und Rick Moranis.
O’Hara wurde 1976 Gründungsmitglied von „Second City Television“ (SCTV), einer kanadischen Comedy-Show, die die Karrieren vieler Comedy-Legenden anstieß. Ihre scharfsinnige Mischung aus komödiantischem Talent und dramatischer Präsenz machte sie zu einer herausragenden Figur. 1982 erhielt sie einen Emmy für ihre Arbeit als Autorin bei SCTV. Sie erzählte 2008: „Es ist wirklich erstaunlich, wie lange SCTV überdauert hat. In Kanada gab es immer unglaublich witzige Menschen, und wir waren nur eine Gruppe davon.“
In den 1980er Jahren erweiterte O’Hara ihre Karriere auf die Leinwand, unter anderem in Martin Scorseses „After Hours“ (1985) und Mike Nichols‘ „Heartburn“ (1986). Doch ihr großer Durchbruch im Kino kam 1988 mit Tim Burtons „Beetlejuice“, wo sie die exzentrische Delia Deetz spielte – eine Rolle, die sie 2024 in der Fortsetzung „Beetlejuice Beetlejuice“ erneut übernahm. Burton schätzte ihre einzigartige Präsenz und engagierte sie auch als die Stimme von Sally im animierten Hit „The Nightmare Before Christmas“ (1993). Später verlieh sie auch in anderen Animationsfilmen wie „Chicken Little“ (2005) und „Frankenweenie“ (2012) ihrer Stimme Leben.
Für viele bleibt O’Hara jedoch untrennbar mit ihrer Rolle als Kate McCallister in den „Home Alone“-Filmen verbunden. In den weltberühmten Komödien „Kevin – Allein zu Haus“ (1990) und „Kevin – Allein in New York“ (1992) spielte sie die überforderten, aber liebevollen Mutterfigur. Nach ihrem Tod drückte Macaulay Culkin, der ihren Sohn Kevin spielte, auf Instagram seine Trauer aus: „Mama. Ich dachte, wir hätten noch Zeit. Ich wollte mehr. Ich wollte neben dir in einem Stuhl sitzen. Ich habe dich gehört. Aber ich hatte noch so viel mehr zu sagen. Ich liebe dich. Wir sehen uns später.“
O’Hara erlangte später auch Anerkennung für ihre Arbeit mit Regisseur Christopher Guest in einer Reihe von Mockumentary-Filmen wie „Waiting for Guffman“ (1996), „Best in Show“ (2000) und „A Mighty Wind“ (2003). Ihre Chemie mit Eugene Levy, mit dem sie regelmäßig zusammenarbeitete, begeisterte das Publikum und wurde vielfach gewürdigt.
Der Höhepunkt ihrer späten Karriere war jedoch die Rolle der Moira Rose in der kanadischen Sitcom „Schitt’s Creek“, die von Eugene und Dan Levy geschaffen wurde. Die Show, die von 2015 bis 2020 ausgestrahlt wurde, folgte der ehemals wohlhabenden Familie Rose, die in einer Kleinstadt ihr Leben neu aufbauen muss. O’Hara wurde mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet, darunter ein zweiter Emmy, ein Golden Globe und ein SAG Award. Ihre Darstellung von Moira Rose wurde zu einer ikonischen Figur der TV-Landschaft, die auch bei den Primetime Emmy Awards 2020 Geschichte schrieb, als die Show neun Auszeichnungen, darunter die Auszeichnung für die beste Comedy-Serie, gewann.
Auch in ihren letzten Jahren nahm O’Hara weiterhin herausfordernde Rollen an, darunter Emmy-Nominierungen im Jahr 2025 für ihre Auftritte in „The Studio“ und „The Last of Us“. Im März 2025 trat sie noch in der Apple TV-Serie „The Studio“ auf, nur wenige Monate vor ihrem Tod. In einem Interview 2024 mit „Parade“ sagte sie: „Wenn du mit talentierten und guten Menschen zusammenarbeitest, fühlst du dich sicher… Ich liebte es, die Freiheit zu haben, auch mal zu scheitern.“
O’Hara hinterlässt ein Erbe der Lacher und Innovationen, das sowohl auf als auch abseits der Bühne spürbar war. Ihr Humor und ihre Fähigkeit, die Welt auf ihre eigene Art zu sehen, sicherten ihr einen Platz als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Unterhaltung. Ihre Familie, Freunde und zahllose Fans werden sich nicht nur an ihre unvergesslichen Darbietungen erinnern, sondern auch an die Wärme und den Witz, den sie in jede Rolle brachte.