Call the Midwife-Star Molly Vevers spricht über neue Staffel mit Bruder Dan
Fans der BBC-Serie „Call the Midwife“ kennen Molly Vevers als Schwester Catherine, die neueste Ergänzung des Nonnen-Teams im Nonnatus House. Ich, Dan, Chief Reporter bei der Sunday Mail, kenne sie allerdings als meine kleine Schwester Molly – oder einfach „Mols“.
Über meine Karriere habe ich schon Premierminister, Top-Polizisten und CEOs interviewt, aber ein Gespräch mit meiner Schwester in der Redaktion der Sunday Mail in Glasgow zählt zu meinen ungewöhnlichsten Erfahrungen im Journalismus. Ehrlich gesagt, bin ich mir nicht sicher, wessen Idee das war.
Eine neue Herausforderung für Schwester Catherine
Molly ist auf dem besten Weg, in der Schauspielwelt bekannt zu werden. Sie gibt zu: „Ich werde mittlerweile schon öfter erkannt.“ Ein Beispiel? Beim Pollok Parkrun in Glasgow, als sie in der letzten Runde an einer Person vorbeilief, dachte sie zunächst, die Frau würde sie zurechtweisen. Doch die Frau fragte stattdessen: „Kein Habit heute?“
In der neuen Staffel von „Call the Midwife“, die heute Abend Premiere feiert, ist Molly als Schwester Catherine erneut zu sehen. Ihre Rolle als Auszubildende und postulante Nonne, die in der letzten Staffel mit ihrem Glauben und ihrer entfremdeten Familie zu kämpfen hatte, entwickelt sich weiter. Am Ende der letzten Staffel legte sie ihre ersten Gelübde ab, und in der neuen Staffel ist sie zunehmend in die Gemeinschaft integriert. „Ich gehe nun auf eigene Fälle und muss mich mit schwierigen Situationen auseinandersetzen“, erklärt Molly.
In der ersten Episode steht eine Frühgeburt im Mittelpunkt, später gibt es eine Entführung. Außerdem wird das medizinische Fortschreiten thematisiert, da die Serie nun 1971 erreicht und neue Technologien wie die erste Epiduralanästhesie und Ultraschallgeräte eingeführt werden.
Ein kreativer Familienhintergrund
Mollys Schauspielkarriere überrascht nicht, wenn man den kreativen Hintergrund ihrer Familie betrachtet. Ihre Mutter Caroline war professionelle Sängerin und ihr Vater Colin liebt es, zu singen. Beide waren in lokalen Amateur-Theaterproduktionen in ihrer Heimatstadt North Berwick, East Lothian, aktiv. Schon als Kind zeigte Molly eine klare Entschlossenheit, Schauspielerin zu werden. Ihre Familie unterstützte sie immer in ihrem Traum.
Nach dem Abschluss der Schule zog es Molly nach Edinburgh, wo sie Drama an der Telford College studierte, bevor sie an die renommierte Royal Conservatoire of Scotland in Glasgow wechselte. Nach ihrem Abschluss 2012 begann sie ihre Karriere am Dundee Rep Theatre und zog später nach London, um sich in der hart umkämpften Schauspielszene einen Namen zu machen. „Es gab Zeiten, in denen ich in einem coolen Stück spielte, aber auch viele andere, in denen ich mit Gelegenheitsjobs wie Kellnern zu kämpfen hatte“, erzählt sie.
Schließlich sicherte sich Molly ihre erste große Rolle – die Hauptrolle in dem Solo-Stück „Ross and Rachel“ beim Edinburgh Fringe Festival 2015. Diese Aufführung, die lose auf den „Friends“-Charakteren basierte, brachte ihr den Fringe Stage Award für Schauspielerische Exzellenz ein. Sie tourte sogar nach New York, um das Stück dort zu spielen.
Es folgten kleinere TV-Rollen, aber ihr Durchbruch kam mit der Amazon Prime-Serie „The Rig“, einem übernatürlichen Thriller, der im Nordsee-Ölbereich spielt. „Es war ein echtes Abenteuer und eine Herausforderung, mit so erfahrenen Schauspielern wie Martin Compston und Mark Bonnar zu arbeiten“, sagt sie.
„Call the Midwife“ ist jedoch die erste Produktion, bei der Molly wirklich die Anerkennung erhält, die sie verdient. „Es ist erstaunlich, Teil einer so geliebten und etablierten Show zu sein, auch wenn es anfangs etwas einschüchternd war, in so ein eingespieltes Team zu kommen“, so Molly.
Warum die Serie auch nach 14 Jahren noch so beliebt ist? „Ich denke, es sind die Geschichten, die die Menschen ansprechen, und die Tatsache, dass die Serie in realer Zeit spielt. Wir sind 1971 angekommen, und die Zuschauer können sich mit den Ereignissen und den Erinnerungen ihrer Eltern und Großeltern identifizieren. Außerdem ist die Serie herzergreifend – sie behandelt schwierige Themen, aber am Ende geht es immer um Gemeinschaft und Zusammenhalt.“
„Ich bin unglaublich stolz auf meine Schwester“, sagt Dan abschließend, „obwohl ich es ihr nie direkt sagen würde. Sie hat nie an sich gezweifelt und ihren Traum nie aufgegeben – jetzt hat sie eine erfolgreiche Karriere in dem Bereich, den sie liebt.“
Die neue Staffel von „Call the Midwife“ startet am Sonntag, den 11. Januar, um 20 Uhr auf BBC1.