Mit 47 Jahren noch einmal die großen Hallen füllen – und dann wirklich gehen? Bushido ist fest entschlossen, genau das zu tun. Der Berliner Rapper, der den Deutschrap der 2000er geprägt hat wie kaum ein anderer, setzt seiner Karriere mit einer verlängerten Abschiedstournee ein finales Ausrufezeichen. Einer der zentralen Stopps: München, wo er am 22. Januar 2026 in der Olympiahalle auftritt – ein Zusatzkonzert folgt am 11. März 2026.

Eigentlich hatte Bushido sein Karriereende bereits für 2024 angekündigt. Unter dem Titel „König für immer“ wollte er sich nach mehr als zwei Jahrzehnten von der Bühne verabschieden. Doch die Resonanz fiel größer aus als erwartet: Rund 150.000 Fans sahen ihn bei Konzerten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Rapper selbst zeigte sich davon so beflügelt, dass er eine letzte Zugabe ankündigte – nochmals große Arenen, nochmals Abschied.
Abschied als Show – zwischen Konzert und Selbstgespräch
Die jüngsten Stationen der Tour gaben bereits einen Vorgeschmack auf das, was Fans erwartet. In Hamburg jubelten rund 11.000 Besucher in der Barclays Arena, buhten jedoch demonstrativ einen Gast-Rapper aus. In Stuttgart geriet der Abend in der Schleyerhalle zu einer Mischung aus Hit-Medley und persönlichem Rückblick, fast mehr Podcast als klassisches Konzert. Ähnlich fiel der erste von zwei Auftritten in Leipzig aus: viel Erzählen, viel Bilanz, weniger Pose – Bushido als reflektierter Abschiednehmer.
Diese Offenheit ist Teil des Konzepts. Der Rapper, bürgerlich Anis Mohamed Youssef Ferchichi, spricht auf der Bühne über Karriere, Familie und den geplanten Rückzug ins Privatleben. „Alles wird gut“ lautete die Botschaft eines Abends – ein Satz, der bei vielen Fans hängen blieb.
Vom Index-Album zur Arena-Legende
Bushidos Weg begann 2003 mit dem Album „Vom Bordstein bis zur Skyline“, das bis heute als Meilenstein des deutschsprachigen Gangsta-Raps gilt. Die Platte wurde 2005 wegen frauenfeindlicher und diskriminierender Texte indiziert – dem Erfolg schadete das nicht. Zwischen 2007 und 2018 landeten acht Alben des Rappers jeweils auf Platz eins der Charts.
Die nun verlängerte Abschiedstour beschreibt Bushido selbst als „noch kraftvoller, noch gewaltiger, noch krasser“. Danach, so betont er, soll endgültig Schluss sein mit der Musikkarriere. Für München bedeutet das gleich zwei Gelegenheiten, diesen Abschied mitzuerleben:
22. Januar 2026, Konzertbeginn 19.45 Uhr (Einlass 18 Uhr) – und ein letztes Nachspiel am 11. März 2026.
Ob es diesmal wirklich der finale Vorhang ist, bleibt offen. Sicher ist nur: Wenn Bushido geht, dann nicht leise – sondern mit voller Arena.
