Rothenburg, ein weltoffenes Städtchen im Taubertal, trotzt den Klischees.

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Rothenburg, ein weltoffenes Städtchen im Taubertal, trotzt den Klischees.

Sind es nur Kitsch und Horden von Touristen? Unser Autor war diesen Sommer zum ersten Mal in Rothenburg ob der Tauber. Und entdeckte, dass die Ikone dieser historischen deutschen Stadt nicht ganz so ist, wie man es erwarten würde.

Abseits der Klischees, Rothenburg

Am 10. Juni wird es eine partielle Sonnenfinsternis geben.

Rothenburg ob der Tauber (dpa/tmn) ist eine Stadt in Deutschland. Ich hatte mir Rothenburg, Deutschlands berühmteste Stadt, schön, aber geschäftig vorgestellt. Daher sollte sie grundsätzlich gemieden werden. Internationale Besucher bleiben derweil wegen der Pandemie fern.

Vor allem Amerikaner und Japaner können das kleine fränkische Dorf mit seinen steilen Giebeln nicht besuchen. Jetzt bin ich endlich an der Reihe. Ich mache mich auf den Weg.

Im Jahr 2019 besuchten 1,7 Millionen Menschen Rothenburg. Durch so manche verwinkelte Gasse bin ich nun praktisch allein. Das Plönlein, ein schiefes Fachwerkhaus mit einem Brunnen davor, stelle ich mir als das einzige in der Stadt vor. Für dieses Postkartenmotiv standen die Besucher in der touristischen Hochsaison Schlange.

Die Altstadt wirkt, vor allem nachts, wie aus einem Märchen. Sie ist viel größer, als ich erwartet hatte. Die mittelalterliche Stadtstruktur mit dem großen Marktplatz ist originalgetreu restauriert worden. Das historische Stadtbild wird nicht durch unangenehme Nachkriegsumbauten oder Werbetafeln verunstaltet.

Folterwerkzeuge und ein Nachtwächter

Der Nachtwächter drehte zweimal pro Nacht seine Runden vor Corona. Horn, Hellebarde und Licht sind mit dabei. “Meine Dienste waren aber in den letzten Monaten nicht mehr gefragt”, sagt Hans Georg Baumgartner, der seit 30 Jahren den Rothenburger Nachtwächter verkörpert. Inzwischen hat sich der Stadtführer wieder den schwarzen Umhang übergestreift, um die Besucher über seinen unehrenhaften Beruf zu informieren. In Rothenburg war der Nachtwächter bis 1920 im Einsatz.

Folterbank, Daumenschrauben und Stachelstuhl gehören zu den schrecklichen Folterwerkzeugen, die im Mittelalterlichen Kriminalmuseum zu sehen sind. “Wir sind aber keine Folterausstellung”, betont Direktor Markus Hirte. “Wir stellen tausend Jahre Rechtsgeschichte dar.” Das Museum für Rechtskunde, das 101 Jahre alt ist, wirkt erstaunlich modern. Seine Präsenz auf dem Tiktok zum Beispiel lockt viele junge Besucher in die 600 Jahre alte Festungsanlage.

Wein aus Franken und das erste vegane Restaurant der Welt

Ein weiterer guter Grund, sich von überholten Vorstellungen zu lösen, ist eine Weinprobe im Restaurant Zur Höll. Stimmt es, dass fränkischer Wein erst ab dem dritten Schluck genießbar ist? “Das stimmt schon lange nicht mehr”, sagt Klaus Wörle, ein fränkischer Weinexperte…. Dies ist eine gekürzte Version der Information. Lesen Sie weiter in einer anderen Newsmeldung.

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