Reisen: Zwei interessante Urteile zu Stornogebühren während der Corona-Pandemie

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Reisen: Zwei interessante Urteile zu Stornogebühren während der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie erfasste im März 2020 die ganze Welt. Viele Urlauber entscheiden sich zu diesem Zeitpunkt, ihre Reise zu stornieren. Die Stornokosten waren dann immer wieder Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen – mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Reisen: Zwei ungewöhnliche Stornogebühren-Urteile

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Angst vor der Grippe, stornierte Flüge und genervte Urlauber: Teile der ersten Welle der Corona-Pandemie wurden von den Gerichten inszeniert. In jedem Beispiel kommen die Urteile zu unterschiedlichen Ergebnissen. Ein Beispiel ist die Frage, ob Kunden Stornogebühren zahlen müssen, wenn sie eine gebuchte Reise aufgrund des Pandemieausbruchs aus eigenem Antrieb stornieren.

Im Fall einer Busrundreise durch Portugal vom 15. bis 24. März 2020 entschied das Amtsgericht Stuttgart, dass die Urlauberin, die ihre Reise am 12. März stornierte, keine Stornogebühren zahlen muss (Az.: 3 C 2852/20).

Eine Reisewarnung hatte es zum Zeitpunkt der Reisestornierung noch nicht gegeben. Am selben Tag rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine weltweite Epidemie aus und empfahl den Menschen, fernzubleiben. Eine Ansteckung im Reiseland sei zu erwarten gewesen. Vor allem bei einer Rundreise in einem engen Reisebus, bei der die Strecke nicht zu bewältigen war. Einen Corona-Impfstoff oder eine Behandlung gab es damals noch nicht.

Der Reiseveranstalter sagte, dass die Ansteckungsgefahr am Urlaubsort mit der in Deutschland vergleichbar sei. Darauf kam es nicht an, so das Landgericht Stuttgart. Die Stornokosten wurden dem Kläger erstattet.

Ein weiteres Beispiel ist ein türkischer Badeurlaub.

Anders entschied beispielsweise das Landgericht Duisburg im Fall einer Pauschalreise in die Türkei, die vom 20. März bis 8. April stattfinden sollte. Auch in diesem Fall hatte der Kläger am 12. März storniert und sich auf die Pandemie berufen (Az.: 506 C 2377/20). Nach Ansicht des Gerichts konnte am Tag des Reiserücktritts nicht festgestellt werden, welche konkrete Infektion in der Türkei, insbesondere in der Nähe des Urlaubsortes Side, auftrat. Die allgemeine Erwähnung des Ausbruchs der Pandemie ist nicht ausreichend.

Das Amtsgericht Duisburg bewertete ausdrücklich den Vergleich zu Deutschland: Es habe zum Zeitpunkt des Rücktritts keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass die Infektionsgefahr in Side definitiv höher sei als zu Hause in Deutschland. Der Veranstalter durfte aufgrund der Absage Schadensersatz erhalten.

Der … berichtet über die beiden Urteile. Dies ist eine gekürzte Version der Informationen. Lesen Sie weiter in einer anderen Newsmeldung.

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