Mller: Es ist eine sinnvolle Entscheidung, die Priorisierung von Impfstoffen aufzuheben.

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Mller: Es ist eine sinnvolle Entscheidung, die Priorisierung von Impfstoffen aufzuheben.

Berlin ist eine Stadt in Deutschland. Die geplante Abschaffung der Impfpriorisierung zum 7. Juni ist nach Ansicht des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Mller (SPD), eine sinnvolle Entscheidung. Viele aeltere, ehemals kranke und technische Gruppen haetten von der Priorisierung profitiert, sagte der derzeitige Vorsitzende der Ministerpraesidentenkonferenz heute im ZDF-Morgenmagazin.

Angesichts des starken Anstiegs der Impfstofflieferungen im Juni halte er es nun für angebracht, allen eine Chance zu geben, unabhängig von der Priorisierung. Wir verstehen, dass die Termine von der Impfstofflieferung abhängig sind und nicht alle sofort erledigt werden können.

Bei Schülern können wir aber nicht mehr davon ausgehen, dass jüngere Menschen bei einem Termin nicht geimpft werden können. Die Prioritätenlisten für die Corona-Impfung, die sich nach Alter, Krankheit und Beruf richten, werden ab dem 7. Juni abgeschafft. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag mit.

Allerdings stößt die geplante Abschaffung der Impfpriorisierung bei der BAG SELBSTHIFE, dem Dachverband von 120 chronisch behinderten oder gehandicapten Menschenverbänden, auf breites Unverständnis.

Es ist für uns unverständlich, dass gerade gefährdete Patientengruppen, wie chronisch Kranke und Behinderte, trotz besonderer Gesundheitsgefährdung durch das COVID 19-Virus monatelang wegen Impfstoffmangels warten mussten.

Auch viele chronisch kranke und behinderte Menschen der Priorität 3 sind ungeimpft, so Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG SELBSTHILFE. Sie werden nun durch den Wegfall der Impfpriorität vor die Herausforderung gestellt, gesunde Menschen von den Auswirkungen des Berranntseins effektiv zu isolieren.

Außerdem werden die Hausärzte mit Impfterminanfragen nahezu überrannt, so Danner. Dadurch ist die telefonische Erreichbarkeit des Hausarztes für Terminabsprachen oder Rückfragen bei seinen Patienten eingeschränkt. Zudem weckt das Versprechen einer möglichen und rechtzeitigen Impfung angesichts der bevorstehenden Sommerferien die Hoffnung auf Reisefreiheit, und so ist der massive Ansturm auf Arztpraxen und Impfstellen vorprogrammiert.

Denn was ist schon ein Slogan ohne Slogan?

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, schon lassen sich Menschen auf möglichst viele Listen diverser Hausärzte setzen, blockieren die Impfung für viele andere und sorgen für noch mehr Verwirrung im Impfgeschehen.

Danner gab zu bedenken, dass eine spätere Aufhebung der Priorisierung nach der Impfung der Risikogruppen dieses zweifelhafte Anheizen des Wettbewerbs um den immer noch knappen Impfstoff hätte verhindern können.

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