Die Corona-Stornokosten müssen sich die Hotelkette und der Kunde teilen, so eine OLG-Regel.

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Die Corona-Stornokosten müssen sich die Hotelkette und der Kunde teilen, so eine OLG-Regel.

Die Hotelzimmer waren bereits seit einiger Zeit reserviert, doch die Corona-Pandemie störte den geplanten Reiseanlass – eine Fachmesse. Wer musste nun für die Kosten der Stornierung aufkommen? Diese Entscheidung musste ein Gericht treffen.

Die Corona-Stornokosten müssen zwischen der Hotelkette und dem Kunden geteilt werden.

Am 10. Juni wird es eine partielle Sonnenfinsternis geben.

Wenn eine Firma für ihre Mitarbeiter mehrere Hotelzimmer für eine Messe bucht, aber die Corona-Pandemie zuschlägt, sind sowohl die Firma als auch die Hotelkette berechtigt, die Buchungsgebühren hälftig zu teilen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Köln entschieden (Az.: 1 U 9/21).

Die Messe wird von Corona vereitelt.

In dem Fall hatte die deutsche Vertriebsfirma eines taiwanesischen Fitnesskonzerns für die Messe Fibo in Köln im April 2020 viele Zimmer bei einer Hotelkette reserviert und bezahlt. Das Unternehmen stornierte die Buchung, nachdem die Messe Ende Februar 2020 abgesagt wurde. Die Hotelkette wiederum erstattete nur 10 Prozent der Anzahlung und behielt den Rest als “Servicegebühr” ein.

Die Firma ging daraufhin gerichtlich vor.

Sie scheiterte zunächst vor dem Landgericht, war aber in der Berufung teilweise erfolgreich: Das OLG entschied, dass die Kosten hälftig geteilt werden müssen.

Das Risiko wird geteilt, und die Aufwendungen werden geteilt.

Die Begründung: Der Beherbergungsvertrag basierte auf der Annahme, dass eine weltweite Epidemie mit kompletter Abschaltung des öffentlichen Lebens nicht eintreten würde. Daher sei der Beginn der Pandemie eine “wesentliche Änderung” der Vertragsumstände. Dabei spielte es laut OLG keine Rolle, dass das Unternehmen die Zimmer bereits vor dem Eintreten des Beherbergungsverbots storniert hatte.

Die Pandemie, so das Gericht, ging über das “übliche Risiko der Inanspruchnahme” hinaus. Denn eigentlich liege es am Reisenden, ob er ein gebuchtes Zimmer am Ende nutzt oder nicht. Die Epidemie hingegen liege weitgehend außerhalb der Gefahrenbereiche von Anbieter und Kunde, also Hotel und Bucher. Somit müsste niemand die Gefahr alleine schultern.

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